Die Kraft der Verbundenheit

Die Texte des heutigen Beitrags sind bei einer Schreibwerkstatt mit dem Thema „Die Kraft der Verbundenheit“ entstanden. Der Impuls für diese Texte lautete, eine „flammende Rede für die Zukunft der Gemeinschaft“ zu schreiben. Eine Utopie, ein Fragment, eine Einladung mitzumachen, sich mitreißen zu lassen. Heute teile ich einige dieser Texte. Vielen Dank an die Autorinnen!

Manifest für eine radikale Mitte

Wir brauchen eine Diskussionskultur
Eine Kultur, in der wir
Gemeinsamkeiten finden
In der wir uns einig werden
Gemeinsame Nenner finden
kleine,
GROSSE.

Uns gemeinsam auf den Weg machen
Miteinander
Mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden
aber:
Gemeinsam

Eine Kultur, in der ein Dialog ermöglicht wird.
Begegnungen auf Augenhöhe
Ein bemühtes Zuhören
Ein Anerkennen des Anderen und
Gleichzeitig eine Kultur, in der wir uns
EINIG
Sind über Regeln für ein gutes Zusammenleben

Ein MITEINANDER

von Gabriele Friesen (insta: ankommen_mit_dem_wort)

Flammende Rede zur Verbundenheit mit anderen

Ich fange an von mir zu sprechen, wie es mir wirklich geht und nicht nur die gesellschaftstaugliche Antwort „gut“ auf die Frage: Wie geht es dir?
Ich nutze kurze und lange Begegnungen, mich zu zeigen.
Damit wir uns begegnen können, jenseits der Fassade. Das ich nicht nur hören, sondern auch spüre, wie es dir geht.
Und ja, ich lasse Ratschläge in der Hosentasche, bleibe wohlwollend mit mir und dir. Auch wenn du mir manchmal auf den Geist gehst. Ich konzentriere meinen Blick auf die 90 Prozent, die ich mag und schätze.

Ich schenke dir eine wirkliche Umarmung. Und manchmal lachen wir und tanzen, haben Spaß, leicht spielerisch, lebendig. Ohne Anspruch.
Nur für die Freude.
Manchmal gestalten wir etwas. Was Kleines oder Großes. Ich helfe. Du hilfst.
Es entsteht etwas.

Ich äußere meine Bedürfnisse klar und deutlich. Und wünsche mir das auch von dir. Dann vermeiden wir komische Stimmung und Missverständnisse.
Ich bin auch einfach mal still, still mit dir und atme, weil es keine guten Worte gibt für dein Leid und meine Geschichte.
Damit mir das gelingt, verbinde ich mich mit mir und dir, mit dem Göttlichen in mir und dem großen Ganzen.
Ich erlaube mir berührt zu sein. Berührbar. Sichtbar.
Ich höre auf mich zu verstecken, hinter all den Rollen.
Ich bin präsent für mich und dich.
Möge die Welt wärmer werden, friedlicher, liebevoller.
Mögen die Auseinandersetzungen konstruktiv sein und heilsam.
Ja, es gibt Unterschiede zwischen uns. Vermutlich einige. Und es gibt etwas Verbindendes. Wenn ich mich zeige und du auch, entdecken wir, anderen geht es auch so.

Die Suche und Sehnsucht nach Kontakt und Verbundenheit.

von Susanne Hülsken

Aufruf zur Verbundenheit

Sprachverwirrung sollten wir nicht zulassen.
Verständigung und Verbundenheit, auch jenseits einer Sprache ist wichtig.
Was heißt verstehen? Was ist Voraussetzung für Verbindung?
Sprache ist wichtig. Laßt uns sprechen lernen. Sprechen in der Sprache des Anderen. Der Andere soll sie uns beibringen. Uns lehren wie seine Kultur, seine Heimat, seine Sprache aussieht. Wir kommen in Kontakt, in Berührung, in Verbindung.

Ich will keine Künstliche Intelligenz. Kein technisches Gerät, das meine Wörter in Sekundenbruchteilen meinem Gegenüber in seiner Sprache anzeigt. Kein perfektes Ding in der Hand halten müssen, immer greifbar, immer bereit, meine Fragen zu beantworten, damit wir uns verstehen.

Nein. Ich will Gestammel, mit Händen und Füßen gestikulieren. Will dabei unser Lachen hören über unsere Unvollkommenheit. Deine Emotionen spüren, Dich erleben, die Verbundenheit mit Dir und der Welt durch meinen Körper fließen lassen.

Die pfingstliche Sprachverwirrung spielt keine Rolle mehr.

von Jutta

Die Kraft der Verbundenheit

Lasst uns nicht länger schweigen!
Lasst uns spüren, dass wir alle Menschen sind, die spürbar und berührbar sind.
Ich möchte nicht aufhören, die Kraft der Verbundenheit zu suchen, trotz und wider alle Trennungen, alle Grenzen, die Menschen aufgebaut haben und immer enger ziehen.

Werden wir uns bewusst, dass Grenzen Menschen gemacht sind, keine unumstößlichen Wahrheiten. Menschen können Grenzen auch wieder einreißen, Grenzen und Mauern, die vermeintlich zwischen uns stehen.

Ich möchte neugierg und offen bleiben, auch wenn Menschen mir fremd sind, in einer anderen Blase zu Hause sind. Und machen wir uns nichts vor, das wird uns etwas kosten.
Die eigene Sicherheit und Unangreifbarkeit.
Wir werden verletzlich.
Schutzlos.

Ich wünsche mir Räume, in denen Tränen willkommen sind,
Hilflosigkeit mit Fürsorge begegnet wird,
Engstirnigkeit sich weiten kann,
Positionen sich verflüssigen,
Meinungen sich weiterentwickeln,
wir uns gemeinsam besinnen
auf unser Menschsein
und Mauern
überwinden.

von Christiane



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