Langsam

Heute bin ich langsam
wie durch Nebel greife ich nach dem Tag
er entzieht sich

Das Denken stockt
als ob es vor dieser unsichtbaren Tür
stehen bleibt und nicht weiter kann

Die Gefühle stehen im Stau
ein Auffahrunfall nach dem anderen
Dicht an dicht kommen sie nicht weiter

Bewegungslos
verharre ich zu lange
eingefroren gelähmt erstarrt

Jede Bewegung schmerzt
es verlangt zu viel von mir ab
nicht vor und nicht zurück

Hinter meinen Augen
warten die Tränen
sie fühlen sich nicht eingeladen

Wie Schnecken
fressen die Gefühle
die blühende Begeisterung auf

Im Vakuum zerbersten
die letzten Seifenblasen
Platzmangel weckt Platzangst

Luftleerer Raum
Der Atem ruft den Notstand aus
Die Sinne schwinden unversorgt

Kälte kriecht in mir hoch
leblos erschlaffen die Gliedmaßen
die Kräfte bluten aus

Der Hals schmerzt
wie tausend Nadelstiche
wundgeschrieen

Eine Welle aus Angst
wühlt den Meeresboden auf
reißt alles mit

Foto von Anmol Kerketta auf Unsplash


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