Ich suche den Raum,
wo keiner mehr spricht.
Ich höre so viele Stimmen in mir,
Stimmen von außen,
Stimmen von innen,
die mir alles Mögliche
lauter oder leiser
einflüstern:
Wie ich zu sein habe
was ich zu erfüllen habe
was ich tun sollte
worum ich mich kümmern sollte
was ich lassen sollte
wie ich die Welt zu sehen habe
was ich alles berücksichtigen sollte
was richtig ist
was meine Aufgabe in der Welt ist
wie ich meinen Verpflichtungen nachkommen soll
wie ich mich schützen soll
wie ich mich um mich selbst sorgen soll
wie ich auch mal zur Ruhe kommen soll
wie ich mich informieren soll
was ich erforschen soll
wem ich glauben soll
was ich wirklich brauche
wie ich meine Angst bewältigen soll
was ich sagen soll
was ich nicht sagen soll
wo ich schweigen soll
wo ich meine Stimme erheben soll
was ich essen soll
welche Konsequenzen mein Handeln haben wird
was ich denken soll
welcher Lösung ich nachgehen soll
wie ich ich um meine Zukunft sorgen soll
wie ich mich absichern soll
was ich sehen soll
was ans Licht kommen soll
was in Ruhe gelassen werden soll
wie ich mich entwickeln soll
was ich akzeptieren soll
was ich hinnehmen soll
was ich aufgeben soll
So viele Stimmen!
Wo ist der Raum der Stille?
Der Raum, wo ich sein kann?
Wo ist der Raum ohne Stimmen?
Ich suche den Raum ohne Stimmen
Ich suche die Tür
Ich sehe die Tür
Ich öffne die Tür
Ich gehe durch die Tür
Ich bin dort.
Ich bin der Raum der Stille.
Foto: C. Henkel
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