Und plötzlich liegt es
in Einzelteilen vor mir
Mein Leben
Bruchstücke sind noch
übrig geblieben
Zersplittert und zerfasert
Keine erkennbare Kontur
Zerbrochen
Und plötzlich fühlt es
sich so eng an
Kann mich nicht bewegen
Kein vor
Kein zurück
Angst schnürt den Hals zu
Atemnot
Von außen sieht es
so anders aus
Nach neuen Wegen
und Möglichkeiten
Nach Entwicklung
und Kreativität
Woher kommt diese Angst?
Wer redet mir schlecht zu?
Welche Stimme höre ich da?
Allein gelassen
Überfordert
Irgendwie so schuldig
Wem bin ich etwas schuldig?
Schuldig
so zu sein
wie ich bin?
Wer sagst:
Du darfst das nicht
Du kannst das nicht?
Was hebt meinen Blick?
Die Sonne glitzert in
den Scherben vor mir
Langsam schaue ich eine
nach der anderen an
Ich erkenne kein Muster
kein Bild.
Es ist einfach kaputt.
Nur das Glitzern der Sonne
Es ist nicht auszudenken,
Blaise Pascal
was Gott aus den Bruchstücken
unseres Lebens machen kann,
wenn wir sie ihm ganz überlassen.
Behutsam sammle ich
eine nach der anderen auf
Ich schaue sie mir an
Jede einzelne ist schön
Der Himmel spiegelt sich darin
Und dann sehe ich mein Gesicht
So klein die Scherbe auch ist
sehe ich mein Gesicht
Mein Ebenbild
Ich bin Ebenbild
Was hieße es
wieder ganz zu sein?
Ganz heil
Ganz ich selbst
Mit Wunden
Mit Narben
Geklebt und gekittet
Sichtbar gezeichnet
vom Zerbruch
Mich wieder spüren
in den Bruchstücken
Mich wieder sehen
in dem Spiegel
Meine Stimme
wieder hören
im Klang der Welt
Wieder Worte finden
etwas zu sagen haben
Mich wieder auf den Weg
machen
Nicht heil
Aber ein bisschen heiler
Mir wieder in die
Augen sehen können
Liebe darin sehen
Nicht nur für andere
auch für mich
Foto von jurien huggins auf Unsplash
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