Der geschenkte Tag

Wenn ich einen Tag geschenkt bekäme,
würde ich aufräumen mit meinem Leben.

Wenn ich mit meinem Leben aufräumen würde,
würde ich all das rausschmeißen, was nicht zu mir gehört.

Wenn ich all das rausgeschmissen hätte, was nicht zu mir gehört,
wäre ich frei.

Wenn ich frei wäre,
könnte ich einfach ich selbst sein.

Wenn ich einfach ich selbst wäre,
würde ich mich verschenken.

Wenn ich mich verschenken würde,
wäre ich der reichste Mensch der Welt.

Wenn ich der reichste Mensch der Welt wäre,
würde ich die Tage mit anderen teilen.

Wenn ich die Tage mit anderen teilen würde,
wären immer noch genug übrig.

Jenseits von wenn und dann liegt eine Zeit.
Jenseits von gestern und morgen liegt ein Tag.

Heute.
Ein geschenkter Tag.
Für mich. Für alle.

 

Dieser Text ist entstanden für die Lesung des Studienjahrgangs bks11 in der Lettrétage, Berlin.

 

Foto by Dirk Henkel


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4 Kommentare zu „Der geschenkte Tag

  1. Liebe Christiane,
    vielen Dank für diese poetische Kausalkette zur selbst geschenkten Freiheit! Sie liegt jeden Tag greifbar nahe – und doch lässt man sie zu oft links liegen.

    Herzliche Grüße
    Ulrike

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