Beim Blättern durch die Texte, die ich beim letzten „Freudenwort-Schreibexperiement“ im Advent 2019 geschrieben habe, fand ich diese kleine Geschichte. Der Impuls von Susanne Niemeyer lud dazu ein, zu einem „Familientreffen“ zu schreiben. Die wild zusammen gewürfelten Familienangehörigen werden dabei bereits eingeführt: Weihnachtsmann, Engel, Maria und das Christkind. Schließlich hält jemand eine Rede. Wer ist es und was sagt die Person? Und so ging es dann bei mir weiter:
Beim Familientreffen hebt Jesus zu einer Rede an:
„Liebe Weihnachtsgemeinde, liebe Engel und Engelinnen, liebe Weihnachtsfrauen und -männer, liebe Mama, liebe alle.
Wie in jedem Jahr sind wir erschöpft und gestresst, bevor es überhaupt losgeht. Das hat jetzt ein Ende! Ich rufe die weihnachtsfreie Zeit aus! Stellt euch vor, Weihnachten mal ohne Engelchormarathon, Geschenkeschlacht und 1000faches Krippenspiel mit Jesuskind im Stall. Wie wäre es ohne Marzipankartoffelberge, Spekulatiusüberdruss und Glühweinschnapsleichen. Herrlich oder?
Einfach mal >back to the roots<, wie man so sagt. Einfach mal Mensch werden: Essen mit Freund:innen, Spaziergang am Nachmittag, gute Gespräche bis tief in die Nacht. Wie wäre es, all das Drumherum einfach wegzulassen?
„Oh ja!“, ruft der Weihnachtsmann erfreut. „Einmal ohne Urlaubssperre frei nehmen! Ich bin dabei!“
„Oh ja!“, rufen die Engel mit heiserer Stimme, „Endlich mal singen, was wir wollen oder noch besser: gar nicht singen!“
„Oh ja!“, ruft Maria, die von den Wehen in dieser Stunde arg geplagt dreinschaut. „Endlich mal ohne Scheinwerferlicht gebären!“
„Nachweihnachtlicher Vorgucker“ weiterlesen