Sternschnuppennächte*

Ich liege im Gras auf dem Grundstück meiner Kindheit und lasse mich von Sternschnuppen beregnen. Soooo viele Wünsche!

Weißt Du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt Du wie viel Wolken gehen
weithin über alle Welt.
Gott, der Herr, hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht, eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.

Dabei stechen mich die Mücken, die durch die laue Sommernacht schwirren.

Weißt Du wie viel Mücklein spielen
in der heißen Sonnenglut?
Weißt Du  wie viel Fischlein auch sich kühlen
in der hellen Wellenflut?
Gott, der Herr, rief sie mit Namen,
dass sie all ins Leben kamen,
dass sie nun so frühlich sind,
dass sie nun so frühlich sind.

Ich übernachte in dem Zimmer meiner Kindheit, vieles ist vertraut, vieles hat sich geändert.

Weißt Du wie viel Kinder frühe
stehn aus ihrem Bette auf,
dass sie ohne Sorg und Mühe
fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
seine Lust, sein Wohlgefallen;
kennt auch dich und hat dich lieb,
kennt auch dich und hat dich lieb.

Ein Gute-Nacht-Lied meiner Kindheit.

Wer singt es mir heute?

 

* Um meinen Geburtstag herum haben immer die Perseiden Saison.

 

Photo by Michał Mancewicz on Unsplash

 

 

 

 

Photo by Michał Mancewicz on Unsplash

Chronik einer Kontakt-Isolation/Improvisation

Woche 1

1. Tag
Alle Termine werden abgesagt. Kein Sportkurs, kein Qigong, keine Gottesdienste mehr. Ich schmiede Pläne, was ich alles in der Zeit zu Hause machen könnte, schreiben z.B. Was will ich „draußen“ noch erledigen, bevor die Ausgangssperre kommt? Sie schwebt schon über uns. Ich fahre noch einmal zur Uni-Biliothek und fülle den Vorrat an Fachliteratur auf. Ich gehe einkaufen und ertappe mich dabei, mehr zu kaufen, als wir unmittelbar benötigen. Aha. Soso. Kein Klopapier da.
Gestern war ich noch in Würzburg beim Focusing. Heute hänge ich vor den Nachrichtensendungen, um zu realisieren, was da passiert.
Ich notiere für die Blog-Überschriftensammlung: Herzensweite und Mitmensch.

2. Tag
Frühlingswetter. Der Tag verliert an Struktur. Unerwartet kommt das CoWorking zu mir nach Hause. Kein Rückzugsort mehr zum Meditieren. Ich mache Pläne. Und halte sie nicht ein. Werden wir digital lehren müssen? Was heißt das? Erste Recherche. Ich nehme Kontakt mit den Kollegen auf. Womit vergeht der Tag?

3. Tag
Markteinkauf. Die Leute sitzen im Sonnenschein auf Bierbänken. Bitte? Mir wird es mulmig. Dichtes Gedränge wie immer. Immer noch kein Klopapier.
Wir üben uns im Homeoffice. Ich bin schon Zoom-Fachfrau und zeige es meiner Familie. Ich besorge Second Hand ein drittes Laptopkissen, so können wir alle auf dem Sofa arbeiten. Ach was, an arbeiten ist nicht zu denken. Wo sind meine Gedanken?
Ich braue uns einen Vitaminshot aus Ingwer, Kurkuma, Sanddorn- und Zitronensaft  (danke an Andrea). Viren, Ihr kommt nicht gegen unsere Abwehr an!

4. Tag
Wir treffen uns zu digitalen Morgen-Meditationen in der virtuellen Hoffnungskirche. Das ist ein guter Start in meinen Tag. Die Aktivitäten verlagere ich aufs Aufräumen, Werkeln, Kochen. Telefonieren.

5. Tag
Ich bekomme innerhalb von 2 Tagen fünf Newsletter zur aktuellen Lage. Panik! Sollte ich jetzt auch einen Newsletter schreiben? Ja, es wäre doch toll, jetzt Schreibideen in die Welt zu schicken, Blogparaden zu veranstalten, die virtuelle Welt schreibend zu besetzen. Stattdessen: Rückzug. Ich mache To-Do-Listen ohne etwas zu tun. Telefoniere.
Kaum Struktur. Kraftlos. Nur das Kochen wird regelmäßiger. Grundbedürfnisse versorgen. Die Regale im Supermarkt werden immer leerer. Wird es Engpässe geben?
Ich bin dankbar: Für die Grundversorung in unserem Land: Wasser, Heizung, Müllabfuhr, Lebensmittel. Und besondern das Gesundheitswesen.
Homeoffice – Titel eines Blogpost.

6. Tag
Ab heute keine Pläne mehr. Könnte auch im Bett liegen bleiben. Mein Mann und das schöne Wetter locken mich raus. Draußen fühlt sich alles so unwirklich normal an. Es täuscht. Ich beginne neue Routinen zu entwickeln. Jetzt ist doch eine gute Zeit, mal etwas Ungewöhnliches auszuprobieren. Haare mit Haarseife waschen z.B.
Ungewöhnliche neue Routinen: Nachrichten gucken. Jeden Tag Kochen. Zentangles malen.

7. Tag
Predigt gibt es Online. Genauso wie Predigtnachgespräch. Überhaupt findet jetzt alles Online statt: Kolleginnengespräche, Treffen mit meinen Studienkolleg:innen. Ich gebe ein kleines Klavierkonzert mit offenem Fenster – auf die Straße und in die virtuelle Welt.

Woche 2

8. Tag
Keine Pläne mehr. Außer die alltägliche Versorgung. Heute ergattere ich Klopapier! Irgendwie erleichtert. Das Homeoffice braucht mehr Struktur. Wir suchen einen gemeinsamen Rhythmus für die Mahlzeiten.
Ich beschäftige mich intensiver mit digitaler Lehre. Am besten ich probiere es gleich selbst aus. Dabei kommt ein „Screencast“ für meine Kollegen heraus zu didaktischen Fragen digitaler Lehre.

9. Tag
Heute verbringe ich den größten Teil des Tages in Zoom-Treffen. Von der Morgen- bis zur Abendandacht und dazwischen noch 3 weitere Treffen.
Der Tag bekommt mehr Struktur: Frühstück, Qigong, Morgenandacht. Nachmittags fahre ich sogar Fahrrad.
Blogparadenidee: Eine Zukunftsvision à la Horx schreiben. Mutopia: Blick zurück.

10. Tag
Ich versuche heute ein Tagesprotokoll anzufertigen. Es lässt sich nicht rekonstruieren, womit der Tag vergeht. Einkauf. Telefonieren. Mails. Aufräumen. Rechnerprobleme beheben. Klavier spielen. Die Zeit verrinnt im Nichts.

11. Tag
Fühle mich wieder arbeitsfähig. Was mir dazu hilft: Kontakt, Kommunikation, Bewegung! Die Meldungen ändern sich nicht mehr täglich. Routinen stellen sich ein.
Ich kann besser einordnen, was passiert: Die Unruhe, die Ungewissheit wirken in meinem Körper. Es geht laufend Energie verloren wie beim Trauern.

12. Tag
Das war ein guter Tag mit Kontakt, neuen Ideen, Kreativität. Ich bete ein Körpergebet und stelle es anderen zur Verfügung. Teilen macht mich reicher.

13. Tag
Ich komme mit den Wochen und Wochentagen durcheinander. Ach, Montag beginnt noch nicht die Kar-Woche? Ich bin müde.

14. Tag
Zuhausegottesdienst mit Liturgie und Online-Predigt. Immerhin singen wir zu zweit am Klavier.
Nachmittags treffen wir uns als Familie! Wir sehen uns alte Familien-Dias an und mein Vater erzählt Geschichten aus unserer Kindheit. Tröstlich und belebend. Wenn auch nur digital.

Woche 3

15. Tag
Diese Woche gestalte ich die Morgenmeditation: Der Raum in mir. Es gibt mir eine Struktur und Kraft, etwas zu teilen.
Sommerzeit ist wie immer nichts für mich.
Es wird kritisch. Ich sehne mich nach Kontakt! Ich brauche menschliche Begegnung und zwar live mit Fleisch und Blut, Körper in einem Raum. Gespräche im Café, Treffen mit meiner Focusing-Partnerin, mein Hauskreis live auf unserem Sofa, Menschen neben mir im Gottesdienst. Ich möchte wieder mit anderen tanzen, gemeinsam singen, Bewegung und Gewusel, Berührung und Umarmungen.
Gestern packte mich die Angst, sie hielt mich fest und wach. Was ist, wenn Corona Indien erreicht? Oder Syrien? Die Flüchtlingslager auf Lesbos oder in der Türkei? Wenn es nach Afrika rüberschwappt? Und das wird passieren. Das wird alles passieren. Das wird ein Massensterben von nie dagewesenem Ausmaß. Die Menschheit wird dezimiert werden. Die Schere zwischen arm und reich wird so massiv auseinandergehen. Die Länder werden es nicht schaffen, leiden an mangelnder Hygiene und ohne stabiles Gesundheitssystem. Wie wird Familie Mensch dann zusammenhalten? Wie können die reichen Länder, die die Krise hinter sich haben, alle Mittel dafür aktivieren, die Welt zu retten, Aufbau in betroffenen Staaten leisten, Rettungsschirme für die Ärmsten aufspannen? Mal alle Wirtschaftskraft statt in die Börse in die Ernährung und Versorgung von Menschen investieren? Wird es nach unser überstandenen Krise egal sein, wie es der Welt geht? Werden wir weggucken und sagen, die müssen allein klarkommen? Wer entscheidet über Leben und Tod?

16. Tag
In diesen Tagen werden die „Helden des Alltags“ gewürdigt: der Informatiker, der sich spontan als Erntehelfer einsetzt. Die Lehrerin, die ihre Schüler:innen online mit Aufgaben versorgt und sich sorgt um die, die zu Hause nicht unterstützt werden. Die Pfarrerin, die Online-Gottesdienste aufnimmt und zum Telefonhörer greift.
Was ist mit den unsichtbaren Held:innen, die gerade alle Kraft für sich selbst brauchen, die versuchen sich zu stabilisieren, die nicht verdrängen, wie es ihnen geht, nicht darüber weggehen, sondern sich den Gefühlen in sich stellen und im besten Fall dann gut mit sich sind. Auch wenn das heißt: Zuhause und allein bleiben. Wer sieht jetzt all die Kinder, denen es zu Hause nicht gut geht, die geschlagen und misshandelt werden? Wer sieht die psychisch Belasteten, die kein Therapiegespräch wahrnehmen können, die tiefer und tiefer in ihren Abgrund sehen?
Wer brauche heute meine Aufmerksamkeit?

17. TagZentangle by CHenkel
Morgendmeditation. Arbeit, Unruhe. Klavierspielen. Malen.

18. Tag
Morgendmeditation.
Erste lange Teamsitzung online.

19. Tag
Ich lerne viel in dieser Zeit. Manches unfreiwillig und notgedrungen. Anderes bewusst und zielgerichtet. Online lehren – dabei geht für mich vieles verloren von meinen Stärken, von meiner didaktischen Expertise und Kompetenz. Ich will nicht gegen diesen Widerwillen ankämpfen. Ihn nutzen scheint aber auch (noch?) nicht möglich. Mein Ehrgeiz ist geweckt, so viel wie möglich „rüberzuretten“. Das kostet Zeit und Engerie.
Kontakt muss bewusst hergestellt werden. Telefon, Briefe, E-Mails, Video-Konferenzen. Wen möchte ich treffen? Wen sprechen? Wem schreibe ich? Wer schreibt mir?

20. Tag
Ein Samstag, der vergeht. Wie werde ich die Unruhe los? Gartenarbeit. Klavierspielen. Kochen.

21. Tag
Hausgottesdienst mit Singen, Liturgie und Online-Predigt. In mir wehrt sich etwas, das normal zu finden. Nachmittags Ostervorbereitungen. Wenigstens dafür bin ich in der Kirche.

Woche 4

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Neuanfang

Der Jahreswechsel ist ein Drehpunkt: Ich stehe bereits im Neuen Jahr und wende meinen Blick noch einmal zurück. Was sehe ich? Welche Gefühle und Erinnerungen kommen wieder? Was davon möchte ich festhalten, bewahren, würdigen? Wenn ich auf mein Jahr schaue, entdecke ich das:

anregend

Da ich sehr gerne lerne und mir neue Kontexte und Themen erschließe, hatte ich viele anregende Begegnungen und Veranstaltungen. Mein Studium „Biografisches und Kreatives Schreiben“ habe ich mit einer munteren Studiengruppe verbracht, mit der ich mich gleich Anfang des Jahres getroffen habe, um ein selbst organisiertes Kolloquium zur Masterarbeit in Iserlohn zu verbringen. Schließlich haben wir die Treffen noch im digitalen Raum fortgesetzt.

Anregend waren für mich auch die Netzwerktreffen in meinen verschiedenen Gruppen zu Focusing und Spiritualität – einzeln und in Verbindung. Focusing und Träume haben mir anregende Begegnungen in Fürth beschert in der Weiterbildung mit Ulrike Böhm. „Thinking at the Edge“ – Focusing und Philosophie bzw. Theorieentwicklung – habe ich in Würzburg und auf dem Achberg vertieft – und im Selbststudium.

Besonders inspierend waren auch die SIG-Treffen der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung, die ich besucht habe: Ausbildung von Peer-Schreibtutor*innen, SIG Vielfalt der freiberuflichen Schreibleute.

Sehr angeregt bin ich vom Kirchentag in Dortmund wieder nach Hause gefahren.

beschenkt

Als Geschenk habe ich insbesondere die Zusammenarbeit mit Kolleginnen im letzten Jahr erlebt: in biografischen und kreativen Schreibwerkstätten, beim Schreibretreat im Kloster Maria Laach, bei der Weiterbildung für die Ausbilder*innen von Peer-Schreibtutor*innen, in der HaMakom-Initative. Beschenkt fühle ich mich durch mein Frauenteam, mit dem ich mich regelmäßig zum kollegialen Austausch treffe. Außerdem habe ich im letzten Jahr wunderbare Schreibberatung durch die Masterarbeit erhalten und ein kollegiales Lektorat. Ebenfalls eine treue und regelmäßige Begleiterin ist meine Focusing-Partnerin. Ich bin auch beschenkt durch ein wundervolles Team in der Leitung meiner Kirchengemeinde. Reich beschenkt fühle ich mich durch meinen Hauskreis.

Seifenblasen in Dresden, C.Henkel
Seifenblasen in Dresden, C.Henkel

unbeschwert

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Adieu

Ich lasse dich nicht gerne ziehen. Intensiv warst du. Mit viel Veränderung und innerem Wachstum. Das ganze Jahr über hat mich dies Wort begleitet. Zu Anfang habe ich mich kaum getraut, darüber zu schreiben, es kam mir zu bunt, zu positiv, zu laut vor. Dabei liebte ich es von Anfang an, es war richtig. Ich habe es in dem Onlinekurs von Julia Meder: Dein Wort des Jahres „gefunden“. Aus der Perspektive dieses Wortes BLÜHEN möchte ich auf mein letztes Jahr zurückblicken, die Früchte ernten und mit einem frischen Blick auf das begonnene Jahr zugehen.

Da war es plötzlich am Neujahrsmorgen. Es bündelte die Reflexionen, die in dem Kurs angestoßen wurden, meine Wünsche, das, was ohnehin anstand, und das, was ich nicht machen, sondern geschehen lassen oder nur hoffen konnte. Gleich am Anfang des Jahres habe ich einen Blogbeitrag geschrieben – aber nie veröffentlicht. Aber es ist nie zu spät, das Wort und das Jahr noch einmal zu würdigen.

Und ich glaube ja nicht, dass
der Garten im Winter
seine Ekstase verliert.
Er ist still.
Aber die Wurzeln sind aufrührerisch
ganz tief da unten.

Rumi

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BlogRückBlick

Warum hast du mit dem Bloggen angefangen? Mit diese Frager ruft Anna Koschinski zur Blogparade auf. Mein Blog blickt zurück auf die knapp 2 Jahre seiner Existenz. Aus seiner Perspektive gibt es genug zu berichten, also lass ich ihn mal zu Wort kommen!

Ich bin der Blog von Christiane und finde mich schön! Ich habe ganz plötzlich, fast zufällig das Licht der Welt erblickt, als Christiane im Rahmen ihres Studiums „Biografisches und kreatives Schreiben“ an der ASH Berlin für das Modul „Digitales Schreiben“ einen Blog erstellen sollte. Sie probierte ein bisschen herum und dann machte es „Klick“ und ich war da! Für mich fühlte es sich von Anfang an ganz selbstverständlich an, dass ich genau so war, wie ich bin: Ein (digitaler) SchreibRaum! In mir ist Raum, Raum zu nachdenken, meditieren, hineinspüren, nachsinnen, lachen, erproben, üben und vieles mehr. Zu Anfang musste Christiane jede Woche einen Blogbeitrag schreiben, so sah es die Aufgabe vor. Die ersten Beiträge waren in alphabetischer Reihenfolge, denn so sind die Textentwürfe zu einzelnen Worten auf dem Papier entstanden. Diese Struktur änderte sich erst in diesem Jahr. Als der „Pflichtzeitraum“ von 12 Wochen herum war, war ich schon so groß und selbstverständlich in der Welt, dass ich weiter geschrieben wurde. Wie gut! Die Abstände wurden zwar etwas unregelmäßiger, ich bin aber stolz, dass es seitdem durchgängig pro Monat (mindestens) einen Beitrag gab!

In den ersten Wochen hatten die Beiträge einen ähnlichen Aufbau: Ein Foto, eine Überschrift in einem Wort, ein thematischer Text, eine Übung und eine Reflexionsfrage. Das Theme hat einmal gewechselt, jetzt bin ich richtig schön, oder?
Als Christiane im nächsten Semester das Modul „Lyrik“ hatte, sind die lyrischen Textsorten deutlich mehr geworden und haben sich als Hauptform durchgesetzt. Also, ich mag die Gedichte!

Das Thema stand von Anfang an fest: In mir gibt es Beiträge über Focusing, Spiritualität und Schreiben. Diese thematische Klammer ist weit genug, um alle Themen, die gerade tagesaktuell oder lebensgeschichtlich aufploppten, unterzubringen. Die Überschrift für dieses Jahr war „Spurensuche“, wobei Christiane davon auch abgewichen ist, als sich andere Schwerpunkte in den Vordergrund schoben. Das Spektrum an Themen dreht sich um Verwandlung, Verzweiflung, Heil werden, Focusing, Körperwahrnehmung, Visionen, Reflexionen, Suchen und Finden. In diesem Jahr gab es Tiefgang, Im Kreis drehen, Hoffnungsschimmer, Aufblühen, Bewegendes, Musik, neue Hoffnung, Emphase und vieles mehr.

Wer schreibt hier eigentlich? Meine Autorin hat sich lange zurückgehalten, so persönlich und intim kamen ihr die Beiträge vor und außerdem war es ja auch eine Pflichtaufgabe! So nach und nach hat sie sich immer mehr mit der Öffentlichkeit angefreundet und sich stärker gezeigt. Das war ein Prozess, der einher ging mit der Entwicklung der Selbstständigkeit in diesem Zeitraum. Die neue Gesetzgebung hat schließlich das Impressum offen gelegt, raus aus der Anonymität! Komisch, danach ist auch nichts besonderes passiert 🙂 Für meine Autorin war es ein großer Schritt, sich mit allen Lebensbereichen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich bin froh, denn sonst wäre ich nicht der, der ich bin! „Werden, die ich bin„, so stellt sich meine Autorin jetzt in ihrer Selbstdarstellung auf der „Über mich-Seite“ vor. Da ist sie.

Wie groß unsere Leserschaft ist, wissen wir immer noch nicht so genau, die technischen Möglichkeiten zum Auszählen sind noch nicht ausgeschöpft. Weiterentwicklungen technischer Art würden mir hier und da auch mal gut tun, da braucht meine Autorin noch etwas Know How. Wird schon! Spannender ist ja auch: Wer liest uns hier überhaupt? Eine nach wie vor treue Lesergruppe sind die Kommiliton*innen des #bks11, von denen auch immer mal wieder eine Blogparade gestartet wird. Andere sind auch schon treue Blogbekanntschaften geworden, aufmerksam über Twitter oder Facebook. Ich bin vernetzt, jawoll! Und Kommentare nehmen wir auch immer gerne entgegen.

Meine Schreiberin überrascht mich immer wieder: mit dem Schreiben zu allen möglichen Zeiten und Unzeiten (aber ich bin ja immer für sie da), mit neuen Fotoquellen, mit Links zu noch unbekannten Freunden, mit zunehmender Leichtigkeit und Unabhängigkeit. Etwas anstrengend war die Phase, als sie überlegte, wie sie mich strategisch einsetzen kann. Hua! Da schauderte es mich aber! Sie wollte mich benutzen! Ich wäre fast soweit gewesen, die Arbeit zu verweigern! Zum Glück ist sie wieder zur Besinnung gekommen und bei ihrem Konzept mit mir geblieben: tiefsinnige Gedanken, Freude am Schreiben, Botschaften aus dem Herzen – und zwar dann, wenn sie etwas zu sagen hat. Ein bisschen darf sich Kollege „Marketing“ im „MitSchreibRaum“ tummeln, aber bitte in Maßen!

Oh, ich komme ins Erzählen, was ja sonst nicht so meine Art ist. Es sei mir gestattet zum einmaligen Rückblick auf meine Existenz! Weiter geht’s!