Langsam

Heute bin ich langsam
wie durch Nebel greife ich nach dem Tag
er entzieht sich

Das Denken stockt
als ob es vor dieser unsichtbaren Tür
stehen bleibt und nicht weiter kann

Die Gefühle stehen im Stau
ein Auffahrunfall nach dem anderen
Dicht an dicht kommen sie nicht weiter

Bewegungslos
verharre ich zu lange
eingefroren gelähmt erstarrt

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Etwas ist zerbrochen

Am Anfang wagten wir noch zu hoffen,
dass es anders kommt,
aber nun ist es geschehn.

Wir können es noch nicht verstehn,
vieles bleibt im Dunkeln,
wenn wir noch einmal an den Anfang gehn.

Lange Zeit war alles Harmonie,
die Stimmung gut, die Zeit auch schön,
sonntags haben wir uns gesehen
und gedacht, da stimmte die Chemie.

Für die einen schleichend,
für die anderen plötzlich
wurde Misstrauen aufgebaut,
Zweifel machte sich breit,
Vorwurf wurde laut –
aus Heiterkeit,
und Trausamkeit –
wurde stattdessen  Streit.

Wir können es noch nicht verstehn,
vieles bleibt im Dunkeln,
ungesagt und ungesehen
auf dem Scherbenhaufen der Gefühle
tief verborgen in unsrer Seele.

Doch da ist dieser Schmerz.
Wir tun alles dafür
ihn nicht zu fühlen,
verleugnen unser Herz;
verschließen unsere Augen,
finden Ausreden und wühlen
in anderer Geschichten,
suchen Schuldige, die taugen,
um sie zu richten
und zu schicken,
als Bock in die Wüste.

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Poetry beauty

Der Tag ist noch so jung und
ich fühl mich schon so alt.
In meinem Herzen wird es kalt,
so schaudert mich vor diesem Tag.

Der Blick aus dem Fenster wird starr,
bleibt hängen an den kahlen Bäumen.
Was wir alles versäumen
in diesen Tagen, die so leer sind wie sie.

Viel zu viel ist offen,
viel zu viel ist ungewiss und ungeklärt.
Es ist so wie es ist, fährt
es mir durch die Glieder und ich schweige still.

Zur Unbeweglichkeit verdammt
friste ich mein Dasein diese Tage,
warte Stunde um Stunde und die Frage
drängt sich auf, wann das endet.

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