Freiraumplaner*in (m/w/d) gesucht

Wie wäre es, eine Freiraumplanerin für das eigene Leben einzustellen?
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Ihre Aufgabenschwerpunkte:

  • Täglich den Weg zum inneren Erleben freiräumen
  • Innovative Konzepte zur langfristigen Neugestaltung des Lebensraumes entwickeln, realisieren und nachhaltig etablieren
  • Kooperation und enge Zusammenarbeit mit dem Gesamtkörper

Qualifikationen und Anforderungen:

  • Dabeibleiben und Atmen als Basisqualifikation
  • Erlebensbezogene Ausbildung im Freiräumen
  • Langjährige Erfahrung mit Widerstand
  • Absichtsloses und ahnungsloses Handeln

Wir bieten einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz, an dem Sie genug Freiraum haben, um Ihre Stärken auszuleben. Für die persönliche Weiterentwicklung ist genug Raum vorhanden. Wir helfen gerne bei der Wohnraumsuche.

Bewerbungen sofort möglich direkt an das Selbst.

Photo by Julia Joppien on Unsplash

Schwelle

Es geht da weiter, wo es leicht ist.

Diesem Satz zu vertrauen, ist gar nicht so leicht für mich. Vielleicht habe ich viel zu oft erlebt, dass etwas erkämpft werden muss, dass hartnäckiges Insistieren zum Ziel führt. Manchmal löst genau das auf der anderen Seite Widerstand aus. Mir fällt es schwer, zu akzeptieren, dass Türen sich schließen oder sich eben nicht öffnen. Ich rüttle daran, klopfe, zerre, stampfe… – und auf der anderen Seite bleibt es stumm. Gestoppte Prozesse.

Und dann zu erleben, dass daneben – oder ganz woanders – eine geöffnete Tür ist, eine einladende Geste, ein Willkommen-Heißen – das ist überraschend! Jetzt ist es an mir, Ja zu sagen, die Schwelle zu überschreiten, dem Willkommen Glauben zu schenken. Dem zu widerstehen, misstrauisch zu sein und zu zweifeln, ob sich hinter der Tür doch ein Hindernis oder eine Falle versteckt.

Erwartungen loslassen. Auf Neues warten. Durchschreiten. Über die Schwelle gehen. Neuland betreten. Mich überraschen lassen. Mich öffnen.

Photo by Trude Jonsson Stangel on Unsplash

Gleichmut

Heute Morgen fiel mir zur Reihe der Mut-Worte noch Gleichmut ein. Ich schrieb das Wort in mein Morgenseiten-Heft. Dann setzte ich mich zum Meditieren auf meine Gebetsbank.

Zum Meditieren gehört seit Sonntag ein Text, den ich bereits im Frühjahr bei den Eremos(=Wüsten)-Wochen, einem Online-Retreat, bei barfuß + wild kennen gelernt habe. Es gibt wohl verschiedene Übersetzungen dieses Welcome-Prayers von Thomas Keating:

Willkommen, willkommen, willkommen, willkommen!
Ich heiße alles willkommen, was heute zu mir kommt,
weil ich weiß, dass es meiner Heilung dient.

Ich heiße alle Gedanken, Gefühle, Emotionen,
alle Menschen, Situationen und Ereignisse willkommen.

Ich lasse meinen Drang nach Macht und Kontrolle los.
Ich lasse meinen Drang nach Beifall, Wertschätzung,
Bestätigung und Vergnügen los.
Ich lasse meinen Drang nach Überleben und Sicherheit los.
Ich lasse meinen Drang los, irgendeine Situation, Bedingung,
andere Menschen oder mich selbst ändern zu wollen.

Ich öffne mich für Gottes Liebe und Gegenwart
und für Gottes Handeln in mir.

Amen

nach Mary Mrozowski

Zuerst sträubte sich einiges in mir, dieses Gebet zu sprechen. Schließlich nahm ich eine Focusing-Haltung ein und ließ die Worte in meinen Körper hineinfallen und wartete auf die Resonanz, auf den Felt Sense.
So geschah es:

„Gleichmut“ weiterlesen

Poetry beauty

Der Tag ist noch so jung und
ich fühl mich schon so alt.
In meinem Herzen wird es kalt,
so schaudert mich vor diesem Tag.

Der Blick aus dem Fenster wird starr,
bleibt hängen an den kahlen Bäumen.
Was wir alles versäumen
in diesen Tagen, die so leer sind wie sie.

Viel zu viel ist offen,
viel zu viel ist ungewiss und ungeklärt.
Es ist so wie es ist, fährt
es mir durch die Glieder und ich schweige still.

Zur Unbeweglichkeit verdammt
friste ich mein Dasein diese Tage,
warte Stunde um Stunde und die Frage
drängt sich auf, wann das endet.

„Poetry beauty“ weiterlesen

gesehen

diese Sehnsucht spricht aus jedem Blick
bedürftige Augen
ungestillter Hunger nach Liebe, Aufmerksamkeit und Wertschätzung
Gib mir mehr davon!
sagen sie.
HIER bin ich!
rufen sie.
Sieh mich doch an!

Wie fühlt es sich an
bis auf den Grund
gesehen
zu werden?

Tief hinein
fällt der Blick der Liebe.
Zuerst ein Erzittern und Erschaudern.
Ein Hauch Misstrauen und Angst.

Der Blick bleibt beständig
wendet sich nicht ab
auch wenn dabei alles zu Tage kommt:
aller Zerbruch
alle Scherben
alle Wunden
alle Schmerzen
alle Schreie
alle Hilflosigkeit
alles Ausgeliefertsein
alles Kämpfen

Keine Scham
Kein Weglaufen
Kein Schutz
mehr nötig.

„gesehen“ weiterlesen

Erkannt

Die schützende Oberfläche bricht auf
Durch die verhärtete Struktur geht ein Riss
Schmerzvoll bricht es auf
Licht strömt herein
Ungewohnte Helligkeit
Es wird langsam hell.

Da zieht sich etwas in mir zurück
Will nicht gesehen werden
Sucht den hintersten Winkel auf
Will im Verborgenen bleiben.
Unter der Oberfläche liegen
die Gefühle von Ohnmacht
Hilflosigkeit und Scham.
Ich fühle mich klein, verloren, allein.

Und darunter ist diese Traurigkeit
Die unendliche Traurigkeit.
Ich falle tiefer und tiefer
Nichts als Tränen.

Und durch den Nebel der Traurigkeit
wische ich am Ende den Blick frei.
Unten angekommen.

Erkannt werden.

„Erkannt“ weiterlesen

EigenARTig

Eigenartig
das Verstehen geschieht
wie ein Verdauen
einer fremden Erfahrung
die zur eigenen wird.

Etwas Neues geschieht
von atemberaubender Schönheit
betritt es die Bühne
Die versehrte Blüte
zeigt sich
in atemberaubender Schönheit
entsteht das Neue.

Nur durch das Verdauen
wird die unüberbrückbare Kluft
zum eigenen Denken überwunden.

Vorsichtig
Achtsam
bin ich Teil des intimen Prozesses
der uns geschieht.

Ich bin ich und
ich bin ganz verbunden.
Ich bin alles
Ich bin viel und leicht
Ich bin das Neue
und das Vertraute
Ich bin der Prozess
und das Unerwartete

 

* Inspiriert durch die TAE-Gruppe, September 2019, Würzburg

Photo by Seb Mooze on Unsplash

Edelsteine

In der Höhle sein.
Auf den Grund des Höhlensees schauen.
Es glitzert von Edelsteinen.
Sie liegen verborgen auf dem Grund des Sees.
Sie glitzern.
Reich und erfüllt.
Wertvoll.

Woher kommt das Licht?
Ich blicke nach oben.
Eine große Öffnung in der Höhlendecke
wird sichtbar.
Licht flutet die Höhle.
Ich stelle mich in
das göttliche Licht der Erkenntnis.
Es durchstömt mich
fließt durch mich hindurch
bis auf den Grund meiner Seele.

„Edelsteine“ weiterlesen

Es reicht

Es reicht.
Einfach da zu sein.
Für mich.
Mit mir.
In Verbindung zu mir.
Im Kontakt mit mir.
Mich spüren.
Verweilen.

Wie schnell verliere ich
den Kontakt zu mir
Ansprüche von innen
und außen
Anforderungen, die ich erfüllen will
Druck, etwas erreichen zu müssen
Anstrengung
Verlust
Schmerz
Trauer
Loslassen
Lassen
immer wieder

Spüren:
Ich bin da.
Das reicht.
Ich bin glücklich
denn ich bin da.
Es reicht.

 

 

Foto: (c) Dirk Henkel at tropsdem