Herz

sich ein Herz fassen
das geht mir ans Herz
gebrochenes Herz
da rutscht mir das Herz in die Hose

Herz_Thomas Meier
Heart, Thomas Meier, Attribution-NonCommercial 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0)

Kommen wir zum Herzstück!

Unsere Sprache enthält so viele Redewendungen und Vergleiche, die den Körper betreffen. Wie unmittelbar wird darin deutlich, dass Empfindungen und Gefühle mit dem Körper verbunden sind, körperlich verankert. Ich habe mich in den letzten Tagen dabei beobachtet, wie bei mir Herzklopfen einsetzte, sobald das Telefon klingelte, da ich einen wichtigen Anruf erwartete. Mein Körper „sprang“ durch dieses Signal sofort an und erhöhte die Herzfrequenz.

Welche Körper-Redewendungen fallen euch ein? „Herz“ weiterlesen

FreiRaum

An diesem Graffiti bin ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit vorbeigefahren. Das war für mich eine gute Erinnerung daran, in mir diesen Raum wahrzunehmen, der für andere unbetretbar ist, der Ort, an dem ich mich in mich zurückziehen kann, wenn es zu hoch her geht, der Raum, an dem ich bei mir und geschützt bin, wo es sich gut anfühlt, wo ich gut sein kann.

FreiRaum ist so ein wunderbarer Focusing-Begriff! Das Schöne beim Focusing ist, dass dieser Ort ein körperlich gespürter Ort ist, keine reine Imagination von einem „guten Ort“, den ich mir nur kognitiv vorstelle. Wenn ich gut geübt bin, dann ist die körperliche Erinnerung daran manchmal sogar schneller als mein Kopf: „FreiRaum“ weiterlesen

Einfach Dasein

Jetzt. Einfach Dasein. Atmen. Mich spüren. Sehen, das gerade um mich ist. Auf die Geräusche hören, die mich gerade umgeben. Fühlen, was ich gerade jetzt spüre. In mir, auf meiner Haut, in meinem Herzen. Mein Dasein wird mir geschenkt, ich muss es nicht erarbeiten oder erkämpfen. Gerade las ich folgende Begebenheit: „Einfach Dasein“ weiterlesen

Durst

Ich habe Durst, ich hab noch Träume,
will nicht so schnell zufrieden sein.
Ich habe Durst, wo ist die Quelle
für echtes Leben gegen den Schein.

(Günter Mahler)

Der Text dieses Liedes, das in den 1990er Jahren das Themalied eines Jugendtreffens war, ist heute noch aktuell, auch wenn die Sprache etwas vergilbt ist. Wo ist die Quelle gegen den Durst?

„Durst“ weiterlesen

Chronos

Chronos ist die Zeit, die unerbittlich weiterläuft. Kein Anhalten möglich, eingezwängt in Tag und Nacht, Stunden und Minuten läuft sie zählbar ab. In dieser Zeit läuft die Geschichte ab, Geschichte wird geschrieben von Moment zu Moment. Heute ist Morgen schon gestern. Dieser Zeitstrom kann einen Sog entwickeln, in den ich hineingezogen werde. Getrieben, geschoben oder mitgeschwemmt. Was macht das Gefühl von Ausgeliefertsein aus? Inwiefern ist es die Zeit, die mich (fremd) bestimmt?

Ich habe keine Zeit ist ein anderer Ausdruck für: Ich gebe dem keine Priorität. So gesehen bin ich die Entscheiderin über meine Zeit. Ich kann bestimmen, womit ich meine Zeit fülle. „Füllen“ klingt so, als wenn meine Lebenszeit ein Gefäß wäre, in das ich immer etwas hineintun muss. „Chronos“ weiterlesen

Geschmack

Wie schmeckt der Wein? Am Ostersonntag habe ich nach Sieben Wochen ohne das erste Glas Wein getrunken. Ein Bio-Spätburgunder aus der Pfalz, helles rot im Glas, zarter Duft nach Vanille. Und dann der erste Schluck! Johannisbeer- und Erdbeeraromen! Der Geschmack des Frühlings oder gar Frühsommers liegt in diesem ersten Tropfen. So intensiv nehme ich die Nuancen wahr, seit meine Geschmacksnerven ein paar Wochen Pause vom Wein hatten (bis auf Ausnahmen :-)) Auch der Alkohl wirkt stärker nach längerer Abstinenz, ein Glas reicht mir zum Essen. Der Geschmack von Beeren, Rosen vielleicht und ein Hauch von Holz liegt noch auf meiner Zunge. Woran erinnert mich dieser Geschmack? Welche Situationen kommen mir in den Sinn? „Geschmack“ weiterlesen

Berührt

Etwas berührt mich. Ich bin berührt worden. Eine Berührung kann etwas in mir anrühren. Körperkontakt kann eine starke Wirkung haben – verletzen genau wie heilen. Als ich zuletzt bei einer Übung mitmachte, in der ich mit geschlossenen Augen und mit zwei Begleitern rechts und links durch den Raum gehen sollte, reagierte ich hochsensibel auf jede Berührung. Wie möchte ich geführt werden? Wo berührt mich die Partnerin, um mir ein Gefühl von Sicherheit zu geben und mich trotzdem nicht zu bedrängen? Wie viel Druck, Richtungsanweisung und Klarheit beim Geführtwerden brauche ich? Ich habe erlebt, wie wichtig mir die Achtsamkeit dafür ist, dass ich nirgendwo anstoße. Wie viel stärker wirkt eine flüchtige Berührung, ein kleiner Zusammenstoß im Raum, wenn ich mich in die Hand eines anderen begebe. Mit geschlossenen Augen sind die anderen Sinne sensibilisierter: das Hören, Riechen und Fühlen. Alles erreicht mich tiefer, ich bin spüriger. Von einer Berührung kann Kraft ausgehen. „Berührt“ weiterlesen

Atmen

Atmen ist ein guter Begriff zum Anfangen. Atmen bringt mich in Kontakt mit meinen Innenräumen. Lange Zeit waren mir diese Innenräume fremd, ich hatte keinen Zugang zu ihnen. Was beim bewussten Atmen passierte, erschloss sich mir nicht, im Gegenteil es war sogar irgendwie bedrohlich. Erwartete ich in der Tiefe etwas Fremdes, Unbekanntes in mir? Oder Angst vor einer Leere, die dann spürbar wird, wenn ich ihr nachgehe? Hatte ich eine Ahnung, dass mich Atmen in die Tiefe führt? „Atmen“ weiterlesen