Übergang

Die Sehnsucht lockt mich in die Ferne

Das Vergangene
möchte
gesehen und gewürdigt werden
Aus der Fülle
schöpfen und loslassen
Das Gewordene
steht
an der Schwelle
Wohin geht es?

Ich bin in der Mitte.
Dort wächst
die Ruhe
und der Frieden
Ich bin da
Genährt
Ganz

Die Sehnsucht zieht mich in die Ferne

Ich gehe
mutig
mit geschlossenen Augen
zum Ziel
Dort ist mein Herz

Ich bestimme das Tempo
Der Rhythmus des Lebens
gibt den Takt
Ich gehe vorwärts
Ich gehe rückwärts
Ich lasse los
Ballast fällt ab
Ich gehe leichter
Der Wandel geschieht
Die Schwelle ist überschritten
Das Zögern vorbei

Ich bin da

Bewegt in meiner Mitte
Aufgehoben im Atem der Welt
Der nächste Schritt genügt
Es geht hin und her
und doch voran
Der Körper weiß die Richtung
Loslassen
Mein Los annehmen
Mich mitnehmen

Atmen
mit dem Atem
der Welt

leuchten

Ein Engelsflügelschlag der Hoffnung
ein Fenster öffnet sich
in die Tiefe
Hier hinter dem Hintergrund
liegt die Stille
das Sein
nackt und bloß
ungeschützt und unverhüllt
verbunden

Wie zerbrechlich ist das Vertrauen
wie viel Schutz braucht
das schimmernde Herz
den Zuspruch, dass
der glimmende Docht
nicht ausgelöscht wird
sondern nur ein Funke
ausreicht um
ein Feuer zu entfachen
das leuchtet
von selbst
das Dunkel erhellt

Licht bringt
Luft und
frischer Atem
Leben
Lebensatem
ein Geschenk
einfach so
fast selbstverständlich
und doch
unendlich kostbar
einzigartig
nur für mich

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Sternschnuppennächte*

Ich liege im Gras auf dem Grundstück meiner Kindheit und lasse mich von Sternschnuppen beregnen. Soooo viele Wünsche!

Weißt Du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt Du wie viel Wolken gehen
weithin über alle Welt.
Gott, der Herr, hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht, eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.

Dabei stechen mich die Mücken, die durch die laue Sommernacht schwirren.

Weißt Du wie viel Mücklein spielen
in der heißen Sonnenglut?
Weißt Du  wie viel Fischlein auch sich kühlen
in der hellen Wellenflut?
Gott, der Herr, rief sie mit Namen,
dass sie all ins Leben kamen,
dass sie nun so frühlich sind,
dass sie nun so frühlich sind.

Ich übernachte in dem Zimmer meiner Kindheit, vieles ist vertraut, vieles hat sich geändert.

Weißt Du wie viel Kinder frühe
stehn aus ihrem Bette auf,
dass sie ohne Sorg und Mühe
fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
seine Lust, sein Wohlgefallen;
kennt auch dich und hat dich lieb,
kennt auch dich und hat dich lieb.

Ein Gute-Nacht-Lied meiner Kindheit.

Wer singt es mir heute?

 

* Um meinen Geburtstag herum haben immer die Perseiden Saison.

 

Photo by Michał Mancewicz on Unsplash

 

 

 

 

Photo by Michał Mancewicz on Unsplash

Alltagsbeobachterin

Ich bin formschön gestaltet. Aus Metall. Bronzefarben erstrahle ich, wenn das Licht auf mich fällt. Meine Oberfläche ist glatt und kühl. Rund bin ich zu einer Schale geformt. Meistens bin ich still, warte ab. Ich kann ganz geduldig sein. Ich nehme einfach wahr. Ich nehme auf, was um mich herum passiert. Es ist, als ob ich aus einem großen Ohr bestünde. Und dann, wenn jemand mich berührt, kurz und schwungvoll, entfalte ich meinen Klang! Aus der Tiefe meines Körpers kommt der Ton, facettenreich, angereichert mit hohen und tiefen Anteilen. Sehr rein, klar. Erst laut, der Ton klingt lange nach und schwingt und summt und verhallt. Ich vibriere, mein ganzer Körper erzittert wohlig. Wenn Klang und Bewegung verebbt sind, bin ich wieder still, aufmerksam, gelassen, ruhe auf meinem Kissen. Halte inne und horche hin, was um mich herum geschieht.

Still
verharre ich
Warte auf den
Moment des schwungvollen Anschlags
Erregt

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Spürbar

Es bricht etwas Neues an.
Es knistert und prickelt.
Es knackt und piekst.

Manchmal ganz sanft und leise
und plötzlich mit so viel Energie,
Rückenwind und Sonnenkraft.

Ja, und manchmal sticht es
und schmerzt.
Loslassen, Abschied und Trauer.

Das Alte vergeht,
ein Neues wächst.
Langsam, beharrlich, oft unsichtbar
doch beständig in Bewegung.

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Der rote Pfad

Für alle, die suchen und fragen, mit Ungeduld und Sehnen. Ein Focusing-Prozess.

Ich verlier den roten Faden,
ich verlier die Spur.
Ich wär so gerne –
einmal nur –
perfekt.

Alles richtig, alles gut,
alles heil, alles ganz.
Keine Zweifel, nur Mut.
Voranschreiten mit klarem Ziel.

Und doch weiß ich genau,
das wär zu viel, viel zu viel
und außerdem nicht echt.
Ich würde den Kontakt verliern,
wäre blind für Leid und Schmerz,
hätte Hoffnung ohne Ende zwar
aber keine Bodenhaftung mehr.

In mir fragt es nach der Lösung,
Erlösung aus dem Nebel,
dem Ausweg aus dem Nichts.

Vertrauen ist der Schlüssel
Liebe ist das Licht
Mit Augen zu und voller Klarheit
Schritt für Schritt
auf das Ungewisse zu. „Der rote Pfad“ weiterlesen →