Musik

Musik streichelt meine Seele.

Konzertsommer. In den letzten Wochen habe ich einige (Open air) Konzerte besucht. Legendäre Größen wie Phil Collins: sehr rührend, diese wunderbare Stimme in diesem gebrechlichen Körper zu sehen und zu hören. Oder die Altmeister Depeche Mode, die noch immer wild auf der Bühne herumwirbeln. Eine ganz besondere Atmosphäre herrschte beim Konzert auf der Waldbühne von Ludovico Einaudi. Ich hätte nicht gedacht, dass diese wunderbare Klaviermusik live und open air so gut rüberkommt.

Einaudi Konzert Berlin 2017
Einaudi live in Berlin, Waldbühne, 4.6.2017 (Foto: C.Henkel)

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Jetzt!

Jetzt! – Die Kunst im Augenblick zu sein. Das Buch von Eckart Tolle mit dem Titel „Jetzt“ hat mich nachhaltig beeindruckt. Es erdet sehr, weil es deutlich macht, dass immer im Augenblick gelebt wird.  Mein Kopf kann in die Zukunft und Vergangenheit reisen, an anderen Orten oder in erfundenen Welten unterwegs sein – mein Körper ist immer im Jetzt. Die Achtsamkeitsbewegung hat diesen Ansatz aufgenommen und lädt mit Meditation und Körperübungen ein, im Jetzt zu sein. Jetzt in diesem Moment habe ich keine Sorgen, weil ich hier am Küchentisch sitze und schreibe. Jede Entscheidung, die ich treffe, treffe ich in dem Moment und kann im nächsten Augenblick anders entscheiden.

Die Gegenwart ist die Zeit, präsent zu sein, ganz da sein, in mir und mit anderen zu sein. Wenn ich bemerke, dass meine Gedanken schon wieder woanders sind, ist das ein Moment von Achtsamkeit. Dann kann ich wieder zurückkommen zu meinem Körper, z.B. über die Atmung, oder über meine Sinneswahrnehmungen: was höre, rieche, fühle ich gerade? Wahrnehmen und wieder loslassen.

Wenn du deine Aufmerksamkeit soviel wie möglich im Körper hältst, dann bist du im Jetzt verankert. (…) Statt dich geistig vom Jetzt wegzubewegen, gehe tiefer ins Jetzt, indem du tiefer in den Körper gehst.
Eckart Tolle, Jetzt!, S. 142-143

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Netzraum

Blogparade #bks11: Digitale Einsamkeit

Dieser Beitrag gehört zur #Blogparade des 11. Jahrgangs des Studiengangs „Biografisches und kreatives Schreiben“ an der ASH Berlin. Zum Thema Digitale Einsamkeit verfassen alle auf ihren eigenen Blogs einen Beitrag und vernetzen sich im digitalen Schreiben. temp-03Eine ganze Welt eröffnet sich im digitalen Raum. Alles, was es im echten Leben auch gibt, findet man im Internet – oder sogar noch mehr. Hier kann ich mich in virtuelle Welten begeben, phantastische Abenteuer erleben, an verschiedenen Orten der Welt 24/7 anwesend sein durch meine Internetpräsenz, meine Homepage, meinen Blog, meine … Ich kann meine Schreibfreiheit unendlich auskosten, mich breit machen in bits und bites.

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Inkubation

Die kleine Raupe Nimmersatt, die sich Tag für Tag durch mehr Äpfel, Birnen, Pflaumen, Erdbeeren und Orangen frisst. Und schließlich auch noch durch Torte, Eis, Gurke, Käse, Wurst, Lolli, Früchtebrot, Würstchen, Törtchen und Melone! Mit so einer Raupe solidarisiere ich mich doch gerne, die sich durch all diese Leckereien frisst! Kein Wunder, dass dabei so ein bunter Schmetterling herauskommt!

Dabei frisst die echte Raupe nur Grünzeug und sieht dabei auch eher unscheinbar und hässlich aus. Wir pflücken sie vom Salat oder übersehen sie auf den Blättern eines Baumes. Oder wie wir: auf dem Basilikum in unserer Küche. Ihre Daseinsberechtigung besteht nur im Fressen, eben dick und kugelig zu werden wie die Kleine Raupe Nimmersatt. Und dann kommt die Phase des Rückzugs im Kokon. Die Raupe wechselt quasi die Haut, schirmt sich kompett ab von der Außenwelt. Und was dann im Inneren geschieht, ist ein kleines Wunder: aus der hässlichen, unscheinbaren Raupe wird ein wunderschöner Schmetterling! Das Univerum ist nicht geizig. „Inkubation“ weiterlesen

Herz

sich ein Herz fassen
das geht mir ans Herz
gebrochenes Herz
da rutscht mir das Herz in die Hose

Herz_Thomas Meier
Heart, Thomas Meier, Attribution-NonCommercial 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0)

Kommen wir zum Herzstück!

Unsere Sprache enthält so viele Redewendungen und Vergleiche, die den Körper betreffen. Wie unmittelbar wird darin deutlich, dass Empfindungen und Gefühle mit dem Körper verbunden sind, körperlich verankert. Ich habe mich in den letzten Tagen dabei beobachtet, wie bei mir Herzklopfen einsetzte, sobald das Telefon klingelte, da ich einen wichtigen Anruf erwartete. Mein Körper „sprang“ durch dieses Signal sofort an und erhöhte die Herzfrequenz.

Welche Körper-Redewendungen fallen euch ein? „Herz“ weiterlesen

FreiRaum

An diesem Graffiti bin ich jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit vorbeigefahren. Das war für mich eine gute Erinnerung daran, in mir diesen Raum wahrzunehmen, der für andere unbetretbar ist, der Ort, an dem ich mich in mich zurückziehen kann, wenn es zu hoch her geht, der Raum, an dem ich bei mir und geschützt bin, wo es sich gut anfühlt, wo ich gut sein kann.

FreiRaum ist so ein wunderbarer Focusing-Begriff! Das Schöne beim Focusing ist, dass dieser Ort ein körperlich gespürter Ort ist, keine reine Imagination von einem „guten Ort“, den ich mir nur kognitiv vorstelle. Wenn ich gut geübt bin, dann ist die körperliche Erinnerung daran manchmal sogar schneller als mein Kopf: „FreiRaum“ weiterlesen

Einfach Dasein

Jetzt. Einfach Dasein. Atmen. Mich spüren. Sehen, das gerade um mich ist. Auf die Geräusche hören, die mich gerade umgeben. Fühlen, was ich gerade jetzt spüre. In mir, auf meiner Haut, in meinem Herzen. Mein Dasein wird mir geschenkt, ich muss es nicht erarbeiten oder erkämpfen. Gerade las ich folgende Begebenheit: „Einfach Dasein“ weiterlesen

Durst

Ich habe Durst, ich hab noch Träume,
will nicht so schnell zufrieden sein.
Ich habe Durst, wo ist die Quelle
für echtes Leben gegen den Schein.

(Günter Mahler)

Der Text dieses Liedes, das in den 1990er Jahren das Themalied eines Jugendtreffens war, ist heute noch aktuell, auch wenn die Sprache etwas vergilbt ist. Wo ist die Quelle gegen den Durst?

„Durst“ weiterlesen

Chronos

Chronos ist die Zeit, die unerbittlich weiterläuft. Kein Anhalten möglich, eingezwängt in Tag und Nacht, Stunden und Minuten läuft sie zählbar ab. In dieser Zeit läuft die Geschichte ab, Geschichte wird geschrieben von Moment zu Moment. Heute ist Morgen schon gestern. Dieser Zeitstrom kann einen Sog entwickeln, in den ich hineingezogen werde. Getrieben, geschoben oder mitgeschwemmt. Was macht das Gefühl von Ausgeliefertsein aus? Inwiefern ist es die Zeit, die mich (fremd) bestimmt?

Ich habe keine Zeit ist ein anderer Ausdruck für: Ich gebe dem keine Priorität. So gesehen bin ich die Entscheiderin über meine Zeit. Ich kann bestimmen, womit ich meine Zeit fülle. „Füllen“ klingt so, als wenn meine Lebenszeit ein Gefäß wäre, in das ich immer etwas hineintun muss. „Chronos“ weiterlesen

Geschmack

Wie schmeckt der Wein? Am Ostersonntag habe ich nach Sieben Wochen ohne das erste Glas Wein getrunken. Ein Bio-Spätburgunder aus der Pfalz, helles rot im Glas, zarter Duft nach Vanille. Und dann der erste Schluck! Johannisbeer- und Erdbeeraromen! Der Geschmack des Frühlings oder gar Frühsommers liegt in diesem ersten Tropfen. So intensiv nehme ich die Nuancen wahr, seit meine Geschmacksnerven ein paar Wochen Pause vom Wein hatten (bis auf Ausnahmen :-)) Auch der Alkohl wirkt stärker nach längerer Abstinenz, ein Glas reicht mir zum Essen. Der Geschmack von Beeren, Rosen vielleicht und ein Hauch von Holz liegt noch auf meiner Zunge. Woran erinnert mich dieser Geschmack? Welche Situationen kommen mir in den Sinn? „Geschmack“ weiterlesen