Dies ist der erste Gastbeitrag auf meinem Blog! An der Psalmwerkstatt hat Sigrid Allewelt-Schanter teilgenommen, die mir eine Rückmeldung und ihren Schöpfungspsalm geschickt hat. Dieser Psalm ist nach einer Einheit zum Thema „Farbe“ und einer Inspiration durch die wunderbaren Sinn-Bilder von Tony Hofmann entstanden. Der Impuls war, dass der Psalm mit „O wie wunderbar geschaffen ist/sind…“ beginnt. Und nun gebe ich Sigrid das Wort:
Kategorie: Schreiben
Psalmwerkstatt: Mit dem Herzen schreiben
Die Teilnehmenden kommen in einen großen, hellen Seminarraum. In der Mitte ist ein Stuhlkreis um einen Strauß Tulpen umringt von bunten Schmetterlingen und einem roten Herzen. Mit einem schön gestalteten Zitat auf einer Flipchart werden die Teilnehmenden empfangen. Klemmbretter mit einem Willkommensbrief und dem Ablauf sind vorbereitet. Daneben ist Platz zum Meditieren; Matten, Decken und Meditationsbänke liegen bereit. An einer Wand steht ein Klavier. Es kann losgehen!
Am letzten Wochenende begegneten wir uns in der Psalmwerkstatt, einer meditativen Schreibwerkstatt im Stephansstift. Wir hatten viel Raum zum Schweigen und Schreiben. In Stille begannen die Einheiten, Texte und Meditationen führten in die Tiefe des eigenen Herzens. Ein Impuls regte das Schreiben an. Die so entstandenen Texte teilten wir behutsam und wertschätzend. Wir wurden sehr reich beschenkt.
Eine Teilnehmerin schrieb:
Vielen Dank für Deine liebevolle, konzentrierte und aufmerksame Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Tage in Hannover.
Deine ruhige, wertschätzende Sprache, die ästhetischen handgeschriebenen Plakate und die wohltuenden Regeln für das Miteinander waren ein Genuss.
Kein Kommentar, keine Interpretation oder Analyse dessen, was andere geschrieben haben, sondern eine Resonanz, ein Echo dessen, was man selbst gehört hat.
Es war ein Geschenk und ein Segen, dabei zu sein.
Ich teile hier meinen „Schutzpsalm“, der in der Übung „Lieblingsverse fischen“ (nach Hippe 2015, S. 168) entstanden ist. „Psalmwerkstatt: Mit dem Herzen schreiben“ weiterlesen
Schreib_Spur
Ich ziehe eine Schreibspur aus Wörtern hinter mir her.
So viel wie im letzten Jahr habe ich lange nicht mehr geschrieben! Seit meiner Diss vielleicht, die ich schließlich auf gut 400 Seiten komprimiert habe – nicht mitgezählt all die Hunderte von Dateien mit Vorversionen. Und auch ganz zu schweigen von meinem Forschungstagebuch von fast 800 Seiten, in dem ich alle Gedanken entwickelt, alle Schreibblockaden reflektiert und alle Krisen aufgearbeitet habe. Mit der Abgabe habe ich es geschlossen und nicht wieder angefasst.
Jetzt schreibe ich wieder mehr, aber ganz anders, vielfältiger. In meinem Studium an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin fragte mich neulich eine Kommilitonin in einem Feedback auf eine Schreibaufgabe, warum ich schreibe. Diese Frage nehme ich mir heute vor, um sie hier durchzubuchstabieren. Schließlich handelt dieser Blog auch vom Schreiben. Damit setze ich auch meine Serie zu den „Grundbegriffen“ fort…
Ich schreibe
… um zu denken
… um mir meine Gedanken sichtbar zu machen
… um mich auszudrücken
… um meine Spur zu erkennen „Schreib_Spur“ weiterlesen
Spurlos
Man sieht ja immer noch nichts!
Das muss doch schneller gehen?!
Da tut sich ja gar nichts.
Wann ist diese Phase denn endlich vorbei?
Was kann man denn da tun?
Ihr muss doch zu helfen sein!?
So kann das doch nicht bleiben!
Das wird wohl nichts mehr.
Zurückblicken und Ziele fokussieren
Zum Jahresende blicke ich zurück. Dieser Blogbeitrag schließt das Jahr und auch die Blogreihe von A-Z ab. Was sehe ich im Rückblick? Wie schaue ich auf das neue Jahr? Ich bin keine Planerin, daher hatte ich keine Liste mit Zielen für 2017 und werde auch keine für das nächste Jahr haben. Was ich jetzt aber habe: einen Tageskalender mit Einträgen an jedem Abend, ab Februar 6 Bücher mit Morgenseiten, dazu noch weitere Tagebucheinträge, Studiumstexte, Blogtexte, Mails, facebook-Einträge, ein Buch – sehr viel Geschriebenes.
Auf welche Art und Weise möchte ich hier auf mein Jahr zurückblicken?
„Zurückblicken und Ziele fokussieren“ weiterlesen
Wunschfrei
Der #BKS11 tut es wieder: Nach der Blogparade zum Thema Digitale Einsamkeit nun eine zu „Wenn ich mir was wünschen dürfte…“ im Rahmen des Moduls Lyrik. Weitere Beiträge sind hier gesammelt.
Und hier kommt mein Beitrag mit dem Titel:
Wunschfrei
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte,
dann würde ich in mich hineinspüren.
Wenn ich in mich hineinspüren würde,
dann würde ich dort Überraschendes entdecken.
Wenn ich Überraschendes in mir entdecken würde,
dann würde ich das Entdeckte auf mich wirken lassen.
Wenn ich das Entdeckte auf mich wirken lassen würde,
dann würde es sich auf mein ganzes Lebens auswirken.
Wenn es sich auf mein ganzes Leben auswirken würde,
dann wäre ich tief glücklich.
Wenn ich tief glücklich wäre,
dann würde mir nichts mehr etwas ausmachen.
Wenn mir nichts mehr etwas ausmachen würde,
dann könnte ich machen, was ich will.
Wenn ich machen könnte, was ich will,
dann würde ich Bücher schreiben.
Wenn ich Bücher schreiben würde,
dann könnte ich meiner Phantasie freien Lauf lassen.
Wenn ich meiner Phantasie freien Lauf lassen würde,
dann wäre ich nicht mehr von dieser Welt.
Wenn ich nicht mehr von dieser Welt wäre,
dann hätte ich den Kontakt zu anderen verloren.
Wenn ich den Kontakt zu anderen verloren hätte,
dann wäre ich traurig und allein.
Wenn ich traurig und allein wäre,
dann würde ich mir etwas wünschen.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte,
…
Schatzkiste
Ich tauche immer tiefer ein in die Reise zu mir selbst. Durchschreite meinen inneren Raum, mache Entdeckungen, setze mich hin, hör mir zu, mach das Licht an, kuschel mich ein. Ich begegne meinen tiefsten Ängsten, meiner Begeisterung, meinem kindlichen Mut, meiner unbändigen Freude. Ich drücke das, was ich dort finde aus: beim Tanzen, beim Theaterspielen, beim Weinen, beim Klavierspielen. Im Focusing öffne ich mich den Bildern, Gefühlen, Erinnerungen und versuche Worte dafür zu finden. Mein Körper zeigt mir, was ich sehen darf, und verschließt sich, wenn ich zu nah komme.
Auf dieser Reise bin ich auf Erinnerungen gestoßen. Die haben mich wieder in Kontakt gebracht mit Phasen in meinem Leben, in denen ich schon sehr viel geschrieben habe. Heute fand ich im untersten Fach meines Schreibtisches Mappen mit Texten. Ich blätterte darin, dann setzte ich mich aufs Sofa und las. Mein Erstaunen wurde immer größer. Das habe ich wirklich schon mit Anfang 20 geschrieben? Wie diesen Text: „Schatzkiste“ weiterlesen
Last und Leichtigkeit
12 Wochen Bloggen und 12 Beiträge liegen nun hinter mir. Last oder Leichtigkeit? Beides. Genau wie ich zur Zeit mein Leben empfinde. Deshalb heute ein „und“-Beitrag.
Das Schreiben zum Thema „Leichtigkeit“ ging mir nicht leicht von der Hand. Ich beobachtete stärkeres Zögern, mehr Überarbeiten, längeres Suchen nach Fotos. Ich frage mich, ob es damit zusammenhängt, dass ich nun ganz allein für das Bloggen verantwortlich bin und kein (Studien-)Leistungsdruck mich dazu freundlich ermuntert, auf den „Veröffentlichen“-Button zu klicken. Die auferlegte wöchentliche Regelmäßigkeit war ein nötiger Druck, um den Text tatsächlich rauszuschicken, loszulassen. Sobald ich nur noch aus eigenem Interesse – und natürlich weiterhin für meine verehrte Leserschaft – schreibe, gerät mein Vorhaben ins Wanken. All die von Cameron beschriebenen Ängste ploppen auf, plötzlich fühlt es sich gleichzeitig ernst und unnütz an: Wen soll es noch interessieren, was ich schreibe? Was muss ich jetzt dafür tun, um meine Leserschaft zu halten? Und schon wird es anstrengend, was sich zwischendurch leicht und beschwingt anfühlte. Plötzlich wird zur Last, was vorher Lust und Freude war.
Herz
sich ein Herz fassen
das geht mir ans Herz
gebrochenes Herz
da rutscht mir das Herz in die Hose

Kommen wir zum Herzstück!
Unsere Sprache enthält so viele Redewendungen und Vergleiche, die den Körper betreffen. Wie unmittelbar wird darin deutlich, dass Empfindungen und Gefühle mit dem Körper verbunden sind, körperlich verankert. Ich habe mich in den letzten Tagen dabei beobachtet, wie bei mir Herzklopfen einsetzte, sobald das Telefon klingelte, da ich einen wichtigen Anruf erwartete. Mein Körper „sprang“ durch dieses Signal sofort an und erhöhte die Herzfrequenz.
Welche Körper-Redewendungen fallen euch ein? „Herz“ weiterlesen








