Manchmal, wenn man still ist und in sich hineinhorcht und dem Felt Sense zuhört, hört man schon alles, was man braucht, um auf richtige Weise weiterzuleben.
Gene Gendlin
Heute höre ich einfach nur zu.
Manchmal, wenn man still ist und in sich hineinhorcht und dem Felt Sense zuhört, hört man schon alles, was man braucht, um auf richtige Weise weiterzuleben.
Gene Gendlin
Heute höre ich einfach nur zu.
Sein Leben Review passieren lassen. Hineingenommen werden in seine Geschichte. Einblicke bekommen in seine Musik, seine Beziehungen, sein Schaffen. Bohemian Rhapsody – in tribute to Freddie Mercury.
Ich bemerke, wie ich ab der Mitte des Films weine. Ich gehe so in Resonanz mit dem, was ich sehe und höre: Das Leben von Freddie Mercury und die Musik von Queen. Ich brauche Tage, um dieser Dimension an emotionaler Reaktion nachzuspüren. Natürlich zeigt der Film eine Seite, stellt etwas in den Mittelpunkt, gibt eine Perspektive wieder, will etwas erreichen – das Leben selbst ist noch viel facettenreicher. Es geht nicht um die „Wahrheit“, wer hätte die schon erzählen können? Wir wissen sie doch oft nicht mal für unser eigenes Leben. Der Film wählt eine geradezu liebevolle Perspektive auf das Leben dieses genialen, exzentrischen, zerrissenen Menschen.
Diese Nacht ist eine Stunde länger, eine geschenkte Stunde – auch wenn das natürlich eine Illusion ist, denn wer sollte mir eine Stunde meines Lebens schenken? Jede Stunde, jede Minute, jeder Moment ist ein Geschenk. Ich darf atmen, ich darf leben.
Was bemerke ich, wenn ich jeden Moment bewusst wahrnehme? Meinen Körper, meinen Atem, ich beobachte meine Gedanken, bemerke meine Umgebung, höre die Musik und Geräusche, sehe die Details im Raum, meine Katze, spüre Wärme in meinen Händen und Verspannung in meinen Schultern.
Ich bin. Jetzt.
Wenn ich mit mir verbunden bin,
kann ich alles machen.
Wenn ich mit mir verbunden bin,
ist da kein Druck.
Wenn ich mit mir verbunden bin,
kann es fließen.
Wenn ich mit mir verbunden bin,
spüre ich Tiefe.
Wenn ich mit mir verbunden bin,
ist da Leichtigkeit.
Wenn ich mit mir verbunden bin,
kann ich alles.
Nichts muss.
Lassen.
Mich
so
wie
ich
bin.
Ins kalte Wasser springen
und es ist tief und weit.
Springen und fliegen,
getragen werden und mich fallen lassen.
Kräftige Schwimmzüge
bringen mich voran.
Da bin ich.
Das ist mein Raum.
Das ganze Meer
mit seinen Abgründen und Tiefen,
mit seiner Dunkelheit
und den glitzernden Wellen
auf der Oberfläche.
Ein einzelner Wassertropfen
und die starke Welle,
warm an der Oberfläche,
tief und kalt ganz unten.
Der Wal
schwimmt im Haifischbecken.
Es ist zu klein,
er gehört nicht dorthin.
Nicht vor und nicht zurück.
Was macht die Bahn frei?
Wie springt er in die Tiefe?
Er braucht so viel Platz,
soviel Raum für sich.
Flutscht durch den dunklen Schlund
schnell,
gleitet in das Meer aus Liebe,
strandet im groben Kies,
angespült,
ausgespiehen vom großen Meer,
allein zurückgelassen.
Er braucht Hilfe,
ist allein. „Mein Raum“ weiterlesen
Wenn das Beste in mir leben würde,
würde ich fliegen.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre Hoffnung meine Nahrung.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre Vielfalt mein Reichtum.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre meine Stärke erwünscht.
Wenn das Beste in mir leben würde,
strahlte das Glück aus allen Poren.
Wenn das Beste in mir leben würde,
würden Hunde mich küssen.
Wenn das Beste in mir leben würde,
badete ich in einem See voller Sehnsucht.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre Großes groß und Kleines klein.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre ich frei zu lieben und zu geben.
Wenn das Beste in mir leben würde,
stehe ich auf der Bühne ohne Angst.
Wenn das Beste in mir leben würde,
singe ich das Lied meines Lebens mit kraftvollem Klang.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre ich zart und stark zugleich.
Wenn das Beste in mir leben würde,
wäre immer jetzt.
Wenn das Beste in mir lebt,
bin ich ganz heil.
Focusing-Sommerschule Juli 2018
Noch ein Schreibimpuls aus Hannas Schreibwerkstatt
Stell dir vor
du hättest keine Angst mehr
vor nichts und vor niemandem
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde ich tief Luft holen und
losgehen
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde ich es wagen
rauszugehen
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde ich mich zeigen
so wie ich bin
Wenn ich keine Angst mehr hätte
wäre der Mut meine Freundin und
Schutz nicht mehr nötig
Wenn ich keine Angst mehr hätte
wäre ich vor nichts mehr sicher
furchtlos
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde ich mutig losgehen
mit dem Kopf durch die Wand
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde ich über mich hinauswachsen
groß und größer werden
Wenn ich keine Angst mehr hätte
wäre ich unangreifbar und
verletzlich zugleich
Wenn ich keine Angst mehr hätte
könnte ich die Ängstlichen nicht mehr verstehen
weil ich ihre Gefühle nicht kennte
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde ich die Gefahren nicht mehr sehen und
blindlinks ins Unglück stürzen
Wenn ich keine Angst mehr hätte
würde das Leben wie ein weites, offenes Feld
vor mir liegen –
frei.
Wie wäre es,
einmal nur
frei zu sein
nur ich pur
ohne Zwänge
und Pein
einfach nur Sein.
Mut treibt mich voran
Angst hält mir zurück
Wo ist der Schlüssel
zum Glück?
Klar steht sie vor mir
unmissverständlich
die Botschaft an mich.
Traue ich meinen Augen?
Spüre ich mein Herz?
Lasse ich los, was mich stört?
Bin ich frei
zu gehen und zu lassen
was mich einengt
und mich zwängt
in die Jacke der Vernunft?
Zögernd nur
setz ich den Schritt
bleib stehen
blick zurück
misstraue – mir.
Immer wieder
ist der Weg versperrt
ich im Nebel
fühle mich verkehrt
nicht richtig im Leben
Und dann
blitzt es wieder auf:
Da ist es!
Ich meine es zu fassen
und schon entgleitet es wieder –
lassen.
Langsam
Langsam kommt
Langsam kommt es
Langsam kommt es heraus „Wachstumsspuren“ weiterlesen
geführt
berührt
gefallen und
auferstanden
bewegt
berührt
geführt
gefolgt und
gefangen
Neu belebt
frisch geschlüpft
hoch gehoben
und aufgefangen
mitgerissen
stehen geblieben
neu entfacht
entzündet
entflammt
brennend
in die Nacht
zärtlich berührt
verführt
eingewickelt und
umhüllt
hell erleuchtet
bunt geschmückt
vertraut
aufgehalten
angehalten
losgetreten
entfesselt
erkämpft und
gewonnen
hungrig
nach Leben
leer ausgegangen
verdurstet
zerronnen
versickert und
versackt
sprudelnd
tropfend
quellend und
erhellend
Mut getrunken
Freiheit gesoffen
Ekstase
Tränen
fließen
alles zuckt und
webt
gelebt
geliebt
vertraut
gefunden
losgelassen
frei
wie eine Feder
fliegen
schweben
weben „Tanzrausch“ weiterlesen
Es bricht etwas Neues an.
Es knistert und prickelt.
Es knackt und piekst.
Manchmal ganz sanft und leise
und plötzlich mit so viel Energie,
Rückenwind und Sonnenkraft.
Ja, und manchmal sticht es
und schmerzt.
Loslassen, Abschied und Trauer.
Das Alte vergeht,
ein Neues wächst.
Langsam, beharrlich, oft unsichtbar
doch beständig in Bewegung.