Alles sehnt sich in mir
Auf der Reise zum Ich
Das Wertvolle wahrnehmen
Die Veränderung im Jetzt umsetzen
Auf der Reise zum Ich
Sehnsucht als Wegweiser
Die Veränderung im Jetzt umsetzen
Es glitzern lassen
Alles sehnt sich in mir
Auf der Reise zum Ich
Das Wertvolle wahrnehmen
Die Veränderung im Jetzt umsetzen
Auf der Reise zum Ich
Sehnsucht als Wegweiser
Die Veränderung im Jetzt umsetzen
Es glitzern lassen
Im Herbst scheint die Sonne satt -
im Frühjahr zart.
Im Herbst tröstet die Sonne -
im Frühjahr weckt sie.
Im Herbst macht die Sonne alles golden -
im Frühjahr bunt.
Im Herbst werden die Morgende fröstelig -
im Frühjahr sind sie frisch.
Und plötzlich liegt es
in Einzelteilen vor mir
Mein Leben
Bruchstücke sind noch
übrig geblieben
Zersplittert und zerfasert
Keine erkennbare Kontur
Zerbrochen
Und plötzlich fühlt es
sich so eng an
Kann mich nicht bewegen
Kein vor
Kein zurück
Angst schnürt den Hals zu
Atemnot
Von außen sieht es
so anders aus
Nach neuen Wegen
und Möglichkeiten
Nach Entwicklung
und Kreativität
Woher kommt diese Angst?
Wer redet mir schlecht zu?
Welche Stimme höre ich da?
Allein gelassen
Überfordert
Irgendwie so schuldig
Wem bin ich etwas schuldig?
Schuldig
so zu sein
wie ich bin?
Wer sagst:
Du darfst das nicht
Du kannst das nicht?
Eine Übung aus dem Erleben im Social Presencing Theater, eine Methode aus der Theorie U, die das Spüren des gegenwärtigen Momentes gemeinsam mit der Gruppe probiert.
Der „Stuck“ – hier geht es nicht weiter, es ist wie ein Stopp, ein Verharren, ein Festgefahrensein in meinem Leben – da stockt etwas. Ich wähle einen Bereich meines Lebens, in dem ich gerade so ein Stocken erlebe. Das Thema muss nicht öffentlich gemacht werden. Den ersten Schritt der Übung erprobe ich allein. Wir sind – wie bei allen Übungen – eingeladen, den Körper in das Bewusstsein zu nehmen und die Wahrnehmung auf den Körper zu richten. Von dort entsteht eine Position, wie sich der „Stuck“ im Körper gerade zeigt. Ich gehe in einen Focusing-Prozess: Wie fühlt sich das von mir ausgewählte Thema gerade an? Wir sind in der Übung eingeladen, den „Stuck“ in eine Körperskulptur zu bringen. Ich beginne von der Körperstelle aus, mich ein wenig zu bewegen, um zu proben, wie genau sich das Festgefahrene ausdrücken lässt. Ich überlasse das „Genauern“ dem Körper, das heißt ich probiere so lange Positionen, Gesten, Körperhaltungen, bis sich das „in mir“ richtig ausgedrückt/symbolisiert fühlt. Dabei zeigt der Körper die Position, ich finde sie und spüre nach: Ah, so ist es, in diesem Festgeklebten zu sein.
„Unsere Körper wissen die Antwort“ weiterlesenDas Pilzgewebe – die sichtbaren Pilze über der Erde, das weit vernetzte Gewebe unter der Erde. Manches sieht man nur, wenn man sich rauszoomt und von weit oben schaut: Ah, hier sind auch noch verstreute Pilze, die zum gleichen Geflecht gehören. Wenn Du unter der Erde bist, gehst Du vielleicht manchmal in dem ganzen Wirrwarr des Geflechts unter, verlierst den Faden, weißt vielleicht noch nicht mal mehr, wo Du auftauchen kannst. Gehören die da hinten etwa auch noch dazu? Wo endet das eigentlich? Wohin soll ich mich als nächstes bewegen? Muss ich wie dieser Pilz werden oder wie jener?
Ein Blick von oben zeigt: All diese sichtbaren Pilze sind nur punktuelle Ausdrucksformen von dem großen Geflecht darunter. Manche haben vielleicht die Aufgabe, sich im Geflecht unter der Erde zu bewegen. Vielleicht lange Zeit, bis sie eines Tages als Pilz an die Oberfläche kommen. Manche haben vielleicht die Aufgabe, mit den anderen Pflanzen Kontakt aufzunehmen, sie z.B. zu warnen vor etwas, was weit entfernt einem Pilz aus einer ganz anderen Region bereits gemeldet wurde.
Es wird darüber gestritten, ob Pilze Pflanzen oder Lebewesen sind. Das gefällt mir, diese Uneindeutigkeit, das schwer zu Erforschende, das noch offene, die Wirklichkeit, die sich nicht in eindeutige Begriffe und Kategorien fassen lässt. Vielleicht ist der Pilz beides. Und der Pilz ist auch nicht der Pilz: Das, was man nach außen sieht, ist eigentlich gar nicht das, was die Pflanz (oder das Geschöpf!) ausmacht. Nun ich bin keine Biologin, keine Pilzforscherin, so dass das Bild irgendwann auch an eine Grenze kommt.
Die Wirklichkeit ist mehr als das, was nach Außen sichtbar erscheint. Die reine Beschreibung erfasst nicht alle Aspekte, die diese Wirklichkeit ausmachen. Es gibt Verborgenes, unerforschtes Gebiet, es entzieht sich der Erfassbarkeit mit dem rationalen Begrifflichkeiten.
Und doch braucht es auch diese empirische Grundlage der Beschreibung, um einen Maßstab zu haben, und nicht dem Irrtum zu verfallen, dass jeder und jede nach ihrer Erfahrung die Wirklichkeit für alle deuten kann. Wissenschaft macht auch demütig, der Ausschnitt ist klein, die Werkzeuge begrenzt und die Erkenntnis oft überraschend plausibel und mit dem puren Menschenverstand nachvollziehbar. Hier braucht es so etwas wie die erhellende Kritik, wenn es blinde Flecken gibt oder es bereits neuere Erkenntnisse aus anderen Bereichen gibt. Aber machen wir uns nichts vor: Keine Wissenschaft kann die Wirklichkeit voll erfassen. Sie bleibt standort-, subjekt- und kontextgebunden. Daher braucht es unbedingt eine Forschungsgemeinschaft. Ich wünsche mir eine, die den Willen hat, sich zum Wohl der Menschen, der Mitwelt und der gesamten Erde einzusetzen. Vielleicht sogar in umgekehrter Reihenfolge. Am besten alles gleichzeitig, ohne Rangfolge!
Ich will aufhören, nur für mich zu träumen und zu sehnen. Ich möchte mich einsetzen und das Pilzgeflecht von oben unter der Erde beschreiben. Es sichtbar machen. Meine Verflechtungen, die Netzwerke, die Zugehörigkeiten und Verzweigungen. Und sehen, welch einzigartiger Pilz ich in diesem ganzen Gewebe ich bin.
Halt ist
eine Leiter
in die Unendlichkeit
Zuerst habe ich mich
am Fuße der Leiter
angelehnt.
Sie war fest,
wie verwurzelt,
verlässlich und
stabil.
Ich habe in ihren Sprossen
gespielt,
ich wusste nicht,
wohin sie führt
und wer sie hält.
Das Tal ist durchschritten.
Es geht wieder aufwärts.
Ein Tal
von vielen Tälern.
Im Tal fließt doch das Wasser,
im Tal blühen die Blumen,
im Tal wohnen die Menschen.
Warum sollte ich auf den Berg steigen?
Der nächste Berg.
Er steht schon vor mir.
Warum ist aufwärts gehen so positiv besetzt?
Aufwärts gehen ist anstrengend!
Die Last liegt auf meinen Schultern.
Wie leicht kann das Gepäck sein?
Was lasse ich im Tal?
Welche Wegzehrung benötige ich?
Mich nehme ich mit.
Das ist Last genug.
Und Lust genug,
Kraft genug,
Ausdauer genug.
Mir vertrauen.
Vertrauen in den Aufstieg.
Oben wartet die Aussicht.
Gipfelerlebnisse
sind nicht alltäglich.
Nicht jeder Aufstieg
wird mit einem Ausblick belohnt.
Manches ist nicht der Mühe wert.
Woher weiß ich das vorher?
Welche Mühe lohnt sich?
Reicht nicht das Gehen?
Ich möchte mich anlehnen
an das Leben
wie an eine Wolke
Ich möchte mich wiegen
im Wipfel eines Baumes
als Blattknospe,
die schon in sich die Ahnung trägt,
dass sie eines Tages
als Blatt auf die Erde schwebt
Ich möchte hören
die Stimmen der Vögel
am Morgen
und sie übersetzen
in die Sprache der Hoffnung
Ich möchte kosten
den Geschmack der Freiheit
auf meiner Zunge
ohne Risiko
mich daran zu verschlucken
Ich möchte nehmen
den Handschuh der Rastlosigkeit,
ihn nach innen stülpen
und die Spuren der Arbeit
achtsam erkunden
wie eine Handschrift,
die es zu entziffern gilt
Ich möchte geschlossen halten
die bleiernen Lider,
bis der Lufthauch
zart wie eine Feder
sie mitnimmt
an einen Ort der Ruhe
Ich möchte mich wärmen
an der Wohltat
als wäre sie allein durch Reibung
von Tun und Gnade entstanden
Ich möchte mich legen
in eine Hängematte aus Schutz
gespannt über dem Abgrund
der Verzweiflung
Ich möchte empfangen
das Herz
wie eine sich öffnende Tür
in den inneren Raum
im Innersten des Innersten
Ich möchte nachzeichnen
mit dem Finger der Achtsamkeit
die Furchen
im Gesicht der Geschichte
Ich möchte mich schmiegen
an die Dämmerung
und den langen Übergang des Lichts
streicheln,
bis das Samt der Nacht mich umfängt
Foto by C.Henkel
Erst später, viel viel später
schaue ich zurück.
Heute blühen hier Organenbäume,
ihr Duft durchströmt das Land
und lockt viele an,
Besucher und Insekten.
Heute wächst hier die Frucht
all dessen
nie geahnt
nie geplant.
Es ist geboren aus dem Vertrauen
dem Vertrauen in das Leben
dunkle Erde, frische Energie
Tiefe.
Aufhören zu suchen ohne zu finden.
Nicht länger zögern ohne loszugehen.
Es gibt kein Verharren
Es gibt keinen Stillstand
Es gibt keine Stabilität
Aber es gibt Schutz
Mein Inneres ist geschützt
Ich vertraue mir
Ich höre auf, mir zu misstrauen
Niemand greift mich an.
Ich bin frei
Maximal frei
Und doch begrenze ich mich
Meine Angst begrenzt mich
In der Welt habt Ihr Angst,
aber siehe, ich habe die Welt überwunden.
Die Welt ist überwunden
Die Angst ist noch da
Wie kann ich die Angst überwinden?
Die Frage nach dem Zögern
Wie kann es für meine Reise nützlich sein?
Was lässt mich zögern?
Zögern… noch nicht
Was ist das Zögern?
Zögern als Raum für neue Möglichkeiten
Im Zögern bleiben und den Raum öffnen
Das Zögern öffnet einen Raum
Wie ist es in diesem Raum zu sein?
Welche Begrenzungen erlebe ich in dem Raum?
Eröffnen die Begrenzungen etwas?
Oder engen sie ein?
Welche neuen Wege werden durch die Begrenzung sichtbar?
Wage ich mich in den offenen Möglichkeitsraum?