Nur, wo es dunkel ist, scheint das Licht.
Licht ist gebündelte Energie.
Ich bin tagtäglich von Energie umgeben.
Mit dem Brennglas das Licht bündeln,
entfacht ein Feuer.
Nur, wo es dunkel ist, scheint das Licht.
Licht ist gebündelte Energie.
Ich bin tagtäglich von Energie umgeben.
Mit dem Brennglas das Licht bündeln,
entfacht ein Feuer.
Die Texte des heutigen Beitrags sind bei einer Schreibwerkstatt mit dem Thema „Die Kraft der Verbundenheit“ entstanden. Der Impuls für diese Texte lautete, eine „flammende Rede für die Zukunft der Gemeinschaft“ zu schreiben. Eine Utopie, ein Fragment, eine Einladung mitzumachen, sich mitreißen zu lassen. Heute teile ich einige dieser Texte. Vielen Dank an die Autorinnen!
Wir brauchen eine Diskussionskultur
Eine Kultur, in der wir
Gemeinsamkeiten finden
In der wir uns einig werden
Gemeinsame Nenner finden
kleine,
GROSSE.
Uns gemeinsam auf den Weg machen
Miteinander
Mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden
aber:
Gemeinsam
Eine Kultur, in der ein Dialog ermöglicht wird.
Begegnungen auf Augenhöhe
Ein bemühtes Zuhören
Ein Anerkennen des Anderen und
Gleichzeitig eine Kultur, in der wir uns
EINIG
Sind über Regeln für ein gutes Zusammenleben
Ein MITEINANDER
von Gabriele Friesen (insta: ankommen_mit_dem_wort)
Manchmal
gehe ich mir
verloren
Ich suche mich
irre herum
orientierungslos
Wo bin ich?
Unruhig
schweife ich umher
ziellos
Den Moment halten
geht nur so lange wie
die Luft anhalten
Dann zieht er weiter
und mit ihm
die Gefühle
die Gedanken
die Empfindungen
die Wahrnehmungen
Was bleibt ist
eine innere Spur
die ein Pfad
werden kann
ausgetreten
breiter werdend
Ein Weg
auf dem ich
mich wiederfinde
im nächsten Moment
Das Pendeln
zwischen dem
immer Gleichen
und dem
immer Neuen
von Moment zu Moment
Gibt es irgendetwas
anderes
als mich
dem Moment
zu überlassen?
Foto by C. Henkel
Heute ist der Abend
der Vorahnung
Noch einmal zusammensitzen
noch einmal gemeinsam essen
noch einmal ein Blick in die Runde
noch einmal die Freundinnen und Freunde um mich herum
noch einmal die Gemeinschaft genießen
Ich gehe meinen Weg
ich lasse hinter mir
was mich nicht mehr hält
ich trete über die Schwelle
ich atme ein
ich atme aus
Alles sehnt sich in mir
Auf der Reise zum Ich
Das Wertvolle wahrnehmen
Die Veränderung im Jetzt umsetzen
Auf der Reise zum Ich
Sehnsucht als Wegweiser
Die Veränderung im Jetzt umsetzen
Es glitzern lassen
Im Herbst scheint die Sonne satt -
im Frühjahr zart.
Im Herbst tröstet die Sonne -
im Frühjahr weckt sie.
Im Herbst macht die Sonne alles golden -
im Frühjahr bunt.
Im Herbst werden die Morgende fröstelig -
im Frühjahr sind sie frisch.
Und plötzlich liegt es
in Einzelteilen vor mir
Mein Leben
Bruchstücke sind noch
übrig geblieben
Zersplittert und zerfasert
Keine erkennbare Kontur
Zerbrochen
Und plötzlich fühlt es
sich so eng an
Kann mich nicht bewegen
Kein vor
Kein zurück
Angst schnürt den Hals zu
Atemnot
Von außen sieht es
so anders aus
Nach neuen Wegen
und Möglichkeiten
Nach Entwicklung
und Kreativität
Woher kommt diese Angst?
Wer redet mir schlecht zu?
Welche Stimme höre ich da?
Allein gelassen
Überfordert
Irgendwie so schuldig
Wem bin ich etwas schuldig?
Schuldig
so zu sein
wie ich bin?
Wer sagst:
Du darfst das nicht
Du kannst das nicht?
Eine Übung aus dem Erleben im Social Presencing Theater, eine Methode aus der Theorie U, die das Spüren des gegenwärtigen Momentes gemeinsam mit der Gruppe probiert.
Der „Stuck“ – hier geht es nicht weiter, es ist wie ein Stopp, ein Verharren, ein Festgefahrensein in meinem Leben – da stockt etwas. Ich wähle einen Bereich meines Lebens, in dem ich gerade so ein Stocken erlebe. Das Thema muss nicht öffentlich gemacht werden. Den ersten Schritt der Übung erprobe ich allein. Wir sind – wie bei allen Übungen – eingeladen, den Körper in das Bewusstsein zu nehmen und die Wahrnehmung auf den Körper zu richten. Von dort entsteht eine Position, wie sich der „Stuck“ im Körper gerade zeigt. Ich gehe in einen Focusing-Prozess: Wie fühlt sich das von mir ausgewählte Thema gerade an? Wir sind in der Übung eingeladen, den „Stuck“ in eine Körperskulptur zu bringen. Ich beginne von der Körperstelle aus, mich ein wenig zu bewegen, um zu proben, wie genau sich das Festgefahrene ausdrücken lässt. Ich überlasse das „Genauern“ dem Körper, das heißt ich probiere so lange Positionen, Gesten, Körperhaltungen, bis sich das „in mir“ richtig ausgedrückt/symbolisiert fühlt. Dabei zeigt der Körper die Position, ich finde sie und spüre nach: Ah, so ist es, in diesem Festgeklebten zu sein.
„Unsere Körper wissen die Antwort“ weiterlesenDas Pilzgewebe – die sichtbaren Pilze über der Erde, das weit vernetzte Gewebe unter der Erde. Manches sieht man nur, wenn man sich rauszoomt und von weit oben schaut: Ah, hier sind auch noch verstreute Pilze, die zum gleichen Geflecht gehören. Wenn Du unter der Erde bist, gehst Du vielleicht manchmal in dem ganzen Wirrwarr des Geflechts unter, verlierst den Faden, weißt vielleicht noch nicht mal mehr, wo Du auftauchen kannst. Gehören die da hinten etwa auch noch dazu? Wo endet das eigentlich? Wohin soll ich mich als nächstes bewegen? Muss ich wie dieser Pilz werden oder wie jener?
Ein Blick von oben zeigt: All diese sichtbaren Pilze sind nur punktuelle Ausdrucksformen von dem großen Geflecht darunter. Manche haben vielleicht die Aufgabe, sich im Geflecht unter der Erde zu bewegen. Vielleicht lange Zeit, bis sie eines Tages als Pilz an die Oberfläche kommen. Manche haben vielleicht die Aufgabe, mit den anderen Pflanzen Kontakt aufzunehmen, sie z.B. zu warnen vor etwas, was weit entfernt einem Pilz aus einer ganz anderen Region bereits gemeldet wurde.
Es wird darüber gestritten, ob Pilze Pflanzen oder Lebewesen sind. Das gefällt mir, diese Uneindeutigkeit, das schwer zu Erforschende, das noch offene, die Wirklichkeit, die sich nicht in eindeutige Begriffe und Kategorien fassen lässt. Vielleicht ist der Pilz beides. Und der Pilz ist auch nicht der Pilz: Das, was man nach außen sieht, ist eigentlich gar nicht das, was die Pflanz (oder das Geschöpf!) ausmacht. Nun ich bin keine Biologin, keine Pilzforscherin, so dass das Bild irgendwann auch an eine Grenze kommt.
Die Wirklichkeit ist mehr als das, was nach Außen sichtbar erscheint. Die reine Beschreibung erfasst nicht alle Aspekte, die diese Wirklichkeit ausmachen. Es gibt Verborgenes, unerforschtes Gebiet, es entzieht sich der Erfassbarkeit mit dem rationalen Begrifflichkeiten.
Und doch braucht es auch diese empirische Grundlage der Beschreibung, um einen Maßstab zu haben, und nicht dem Irrtum zu verfallen, dass jeder und jede nach ihrer Erfahrung die Wirklichkeit für alle deuten kann. Wissenschaft macht auch demütig, der Ausschnitt ist klein, die Werkzeuge begrenzt und die Erkenntnis oft überraschend plausibel und mit dem puren Menschenverstand nachvollziehbar. Hier braucht es so etwas wie die erhellende Kritik, wenn es blinde Flecken gibt oder es bereits neuere Erkenntnisse aus anderen Bereichen gibt. Aber machen wir uns nichts vor: Keine Wissenschaft kann die Wirklichkeit voll erfassen. Sie bleibt standort-, subjekt- und kontextgebunden. Daher braucht es unbedingt eine Forschungsgemeinschaft. Ich wünsche mir eine, die den Willen hat, sich zum Wohl der Menschen, der Mitwelt und der gesamten Erde einzusetzen. Vielleicht sogar in umgekehrter Reihenfolge. Am besten alles gleichzeitig, ohne Rangfolge!
Ich will aufhören, nur für mich zu träumen und zu sehnen. Ich möchte mich einsetzen und das Pilzgeflecht von oben unter der Erde beschreiben. Es sichtbar machen. Meine Verflechtungen, die Netzwerke, die Zugehörigkeiten und Verzweigungen. Und sehen, welch einzigartiger Pilz ich in diesem ganzen Gewebe ich bin.